Neue Platten

Gonjasufi - Callus

Genre: Weird Rock
Label: Warp Records (Roughtrade)
CD; VÖ: - 19.08.2016

Irgendwie hat sich in den letzten sechs Jahren bei Gonjasufi, dem Herrn mit den ausgefransten Gehirnsynapsen, nicht viel getan, denn „Callus“, sein inzwischen drittes Album, klingt genauso verdreht, so destruktiv und so poltergeistmäßig wie seinerzeit A Sufi and A Killer. Das Artwork des Covers passt dazu, wie die Faust aufs Auge. Man könnte meinen, Gonjasufi zieht seine psychedelischen Ideen aus einem Umfeld zwischen Aleppo und Kirkuk, dort wo derzeit die Apokalypse am extremsten tobt. Denn Musik im herkömmlichen Sinne ist das ganz bestimmt nicht. Eher ein bohrendes Soundexperiment, bei dem man sich in einem Getümmel zwischen Lofi und Noise wähnt. Zwar versteckt sich auf drei der 19 Stücke irgendwo Paul Thompson, ehemals Gitarrist von The Cure, aber eine genaue Standortbestimmung, bzw. ein Ausmachen seiner eingebrachten Klangleistung, ist nicht möglich. Am ehesten kommt für „Callus“ vielleicht ein Vergleich mit den Einstürzenden Neubauten zu ihren wildesten Zeiten in Frage, als man noch Flex und Vorschlaghammer als Musikinstrumente einsetzte. Wer also dafür einen heißen Draht hat, ist bei Gonjasufi goldrichtig.

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