Neue Platten

Kevin Johansen & The Nada - City Zen

Genre: Pop/Reggae
Label:Wrasse/Sony/BMG (Harmonia Mundi)
CD, VÖ - 21.07.2006

Und immer wieder diese kleinen Überraschungen. Wer annimmt, Kevin Johansen wäre bestenfalls ein nach Americana riechender Singer/Songwriter aus dem Mittleren Westen und „The Nada“ seine im Background agierenden Hilfsarbeiter, der hat mal wieder falsch getippt. Der Mann mit dem schwedischen Nachnamen wurde in Alaska geboren und lebt nun mit Frau und Maus in Argentinien. Seine Musik klingt entsprechend. Zwölf vorwiegend in spanisch ausstaffierte Songs erreichen das Ohr und umschmeicheln dasselbe mit wohl-temperiertem Sanftmut. Lateinamerikanisches Flair allüberall. Völlig unaufgeregt, entspannend und vor allem sehr gefühlvoll geht Kevin Johansen mit Genres wie Milonga, Bossa, Cumbia, Country-Reggae und Mainstream-Pop um, dazu noch seine wohlige Bariton-Stimme, die dieses Ganze zu einem Kulturmix der besonderen Güteklasse macht.
Im geistigen Ohr des Hörers entstehen da unter Umständen Assoziationen mit Personen wie Caetano Veloso, Gilberto Gil, Victor Jara oder Lou Reed. Allesamt Vertreter einer Spezies, die es verstehen, Songs mit viel Herzblut zu schreiben. Und wem der Begriff „Subtropicalitas” schon einmal über den Weg gelaufen ist, der weiß, daß dieser auch Herrschaften wie Paulinho Moska oder Jorge Drexler umfaßt und Kevin Johansen reiht sich da gerne mit ein.
Die Instrumentierung dieses feinen Albums beschränkt sich fast ausschließlich auf akustische Zutaten. Piano, Saxophon, Flöte, Akkordeon, Bandoneon, Contrabass, multiple Percussion, Violine, hin und wieder eine elektrische Gitarre, fertig ist die Pan-Amerikanische Qualitätsmusik, die sich schon nach wenigen Wiederholungsläufen fest im Gehirnkastl eingebrannt hat.

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