Neue Platten

Klaus der Geiger & Marius Peters - Piaddolla

Genre: Tango and beyond
Label: Westpark Music (Indigo)
CD; VÖ: - 26.08.2016

Je oller, desto Piaddolla. Klaus der Kölner Geiger hat akademische Anwandlungen bekommen und interpretiert nun überraschenderweise den Astor aus Argentinien. Statt dem Bandoneon steht hier natürlich Klausens Geige im Mittelpunkt, die der inzwischen 76-Jährige mächtig schwingt und erstaunlich präzise durch die Höhen und Tiefen des Tangos sausen lässt. Ihm zur Seite steht der um gefühlte 50 Jahre jüngere Jazz- bzw. Klassik-Gitarrist und Turnschuhträger Marius Peters, auf dass die Harmonie zwischen jung und alt, zwischen überlieferter Tradition und Straßenmusik stimmen möge.
Klaus der Geiger erweist sich als passionierter Piazzolla-Interpret, Stücke wie „Primavera Porteña“ oder „Café 1930“ sind nicht zuletzt auch wegen der einfühlsamen Spielweise von Peters eine gelungene Mischung aus Tango und Klassik.
Aber weil der Klaus auch nach wie vor ein alter Anarcho geblieben ist, dürfen natürlich auch Songs wie „Hallo Hallo Pegidamann“ oder „Die Angie“ nicht fehlen. Die Kritik am System ist bei ihm so wach wie eh und je und das berühmte Blatt vor dem Mund kloppt er immer wieder gern in die Tonne. Trotz Schwerpunkt Piazzolla klingt die CD mit einer Coverversion der Beatles aus: „When I’m Sixty-Four“ funktioniert der Klaus ganz lässig zu einem „Lasst misch nit hänge, steckt misch nit ins Heim“ um.


www.klausdergeiger.de
http://mariuspeters.de