Neue Platten

Vein - The Chamber Music Effect

Genre: Jazz
Label: Unit Records (Harmonia Mundi)
CD; VÖ: - 16.09.2016

Nun soll es also Kammermusik sein. Nachdem sich das Schweizer Trio Vein bereits mit einigen Größen der Jazzszene aktiv auseinandergesetzt hat, d.h. sowohl mit dem US-Saxophonisten Dave Liebman als auch mit seinem Landsmann Greg Osby am Altsaxophon gemeinsame Sache gemacht hat, soll es jetzt wieder um die traute eidgenössische Dreisamkeit gehen. Man will dort wieder anknüpfen, wo man ganz am Anfang begonnen hatte, als ein Piano-Trio, das sich als innovativ und klassisch zugleich begreift. Stichwort Klassik: Wie der CD-Titel schon andeutet, soll es hier angeblich um „Kammermusik“ gehen, was aber dennoch etwas irreführend ist, denn in der Hauptsache machen die Herren von Vein zwar eine klein besetzte Instrumentalmusik, aber eben auch lupenreinen Improvisationsjazz. Ebenso fehlen Bläser und Streicher, die in der klassischen Kammermusik eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Michael Arbenz (p), Florian Arbenz (dr) und Thomas Lähns (b) leisten sich also auch hier eine weitgehende künstlerische Interpretationsfreiheit. Musikalisch ist natürlich wie immer alles ohne Fehl und Tadel, das Trio agiert flexibel, kompakt und innovativ, wenngleich diese Begriffe gerade im Jazz auch immer sehr austauschbar sind. Ungewöhnlich perkussiv geht es bei dem Stück „Sheherazade“ zu, und bei dem 7-minütigen „Prelude“ wird aus einem leichten Piano-Intro letztendlich ein komplexer und teilweise sogar leicht funky swingender NewJazz-Sturm. Gesunde Kost für Jazz-Puristen.

www.vein.ch

Bisher:
Plays Porgy and Bess
Lemuria/Live
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