Neue Platten

Elisabeth Lohninger - Eleven Promises

Genre: Vocal Jazz
Label: Jazzsick Records
CD; VÖ: - 23.09.2016

Wenn man den oberösterreichischen Attersee und damit eine sehr liebliche Gegend gegen die USA und speziell den Moloch New York eintauscht, so muss man ziemlich triftige Gründe haben. Wir gehen einmal davon aus, dass dies bei Elisabeth Lohninger sehr wohl der Fall gewesen sein muss, obwohl wir bei der genauen Motivationslage natürlich etwas im Dunkeln tappen. Dass es dabei auch um Musik gegangen sein muss, ist sicher anzunehmen, denn seit inzwischen 20 Jahren verbringt die Österreicherin ihre meiste Zeit im großen Apfel. Elisabeth Lohninger ist Jazzsängerin und als solche am Hudson natürlich gut aufgehoben, ist doch dort die Konkurrenz zwar hoch, das Niveau aber auch.
Auf dem Album „Eleven Promises“ und seinen zwölf Titeln begibt sich Lohninger mitten hinein in den traditionellen Barjazz alter Schule. Das klingt nicht gerade aufregend und in der Tat ist es das auch nicht sonderlich, denn dieses Genre ist vielfach und gut besetzt. Dennoch macht sie dank ihrer ausgereiften und angenehm perlenden Stimme stets eine gute Figur auf einem ziemlich abgenutzten Parkett. Die meisten Stücke stammen von ihr selbst, viele sind auch in Zusammenarbeit mit Walter Fischbacher (ihrem Ehemann) konzipiert, der für Keyboards und Streicher-Arrangements verantwortlich zeichnet. Eine Coverversion von Tom Jobim rundet das Album ab.
Ist man also ein Freund der alten Schule und nicht sonderlich an Genreüberschreitungen oder sonstigen experimentellen Spielchen interessiert, der darf sich auf eine gute Stunde harmonievoller Songs zwischen Melancholie und dezentem Funk freuen. Wer allerdings etwas progressiver gepolt ist, der darf über dieses Album gerne großzügig hinwegsehen.

www.lohninger.net