Neue Platten

Oy - Space Diaspora

Genre: Elektronik Pop
Label: Crammed Discs (Indigo)
CD; VÖ: - 23.09.2016

Genau, da war doch was. Im Jahr 2013 erschien Kokokyinaka, das erste Album von „Oy“ und das sind bekanntlich die Schweizerin Joy Frempong (mit ghanaischen Wurzeln) und der Schweizer Klangbastler Marcel Blatti, der immer noch unter dem, formulieren wir es mal freundlich, putzigen Namen „Lleluja-Ha“ firmiert. Beide Musiker haben sich inzwischen in Berlin niedergelassen, produzieren aber weiterhin Elektro-Pop der etwas überdrehten Art. Über Musikinstrumente verfügen beide nicht, dafür über umso mehr Klangmaschinen, die scheinbar einem Boris Blank Konkurrenz machen sollen, wobei der ehemalige Yello-Klangschrauber den eindeutig schärferen Tiefgang besitzt.
Oy haben sich für „Space Disapora“ eine hahnebüchende Story ausgedacht, mit der sie ins geheimnisvolle Reich der Space-Beats vordringen, vielleicht auch deswegen, weil so das Augenmerk, zumindest teilweise, von den doch etwas unergründlichen Kompositionen abgelenkt werden soll. Denn die sind vor allem aus Vocal-Samples zusammengelötet, für die Joy Frempong zuvor ihre Stimme eingebracht hat. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Songs durch die Bank sehr experimentell bis futuristisch klingen, manchmal auch etwas grell, aber nie sonderlich gefühlswarm und auch weit davon entfernt, die Klasse eines durchdachten Konzeptalbums zu besitzen. Vieles hat den Touch von zusammengezimmerten Tribal-Beats, von Traumtanz und Absurditäten-Theater.

www.oy-music.com

Mehr:
No Problem Saloon

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