Neue Platten

Inna Modja - Motel Bamako

Genre: Afrika Pop HipHop Mali
Label: Warner Music
CD; VÖ: - 23.09.2016

Wenn von Westafrika die Rede ist, denkt man natürlich sofort an so große Sänger wie Salif Keita oder Oumou Sangaré, es kommt einem die legendäre Griot-Musik in den Sinn, es fallen einem die so typischen Call- and Response-Gesänge ein, aber leider auch die unschönen kriegerischen Auseinandersetzungen, mit denen Mali derzeit zu kämpfen hat. All das und noch viel mehr spiegelt sich auch in der Musik der Sängerin Inna Modja wieder, die zwar weder zur alten Garde, noch zu der Kaste der westafrikanischen Geschichtenerzähler (der Griots) zählt, dafür aber mit beiden Beinen im jungen Afrika-Pop der Jetztzeit steht, und der umfasst neben englischsprachigem Soul, Hiphop, Rap und Elektro-Pop eben aber auch den wiedererstarkten Umgang mit der Muttersprache Bambara und den Umgang mit traditionellen Instrumenten wie Kora und Fula-Flöten.
Und es gehört mit zum guten Ton, dass das alles in ein einigermaßen sozialkritisches Engagement verpackt ist. Die angestrebte Balance zwischen Tanzmusik und textlichem Anspruch steht folglich auch bei Inna Modja im Vordergrund. Im Ergebnis kommen ein paar hübsche Tracks zustande, von denen „Tombouctou“ mit seinem zum Teil geloopten Gesang und den elektronischen Beats zu den interessanteren Tracks zählt. Ebenso die Kooperation mit Oumou Sangaré in dem Titel „Boat People“. Wenn sie dann allerdings den eher einfach gestrickten Blues-Pop wie „The Man Across The Street“ anstimmt, bei dem sich die Textarbeit eher nach einem Schulaufsatz anhört, wird deutlich, dass zumindest da noch viel Luft nach oben ist. Und auch die Gastrapper aus dem Kongo, Guinea und Mali verbreiten ein eher einfältiges Flair, als dass man deren Aussagen wirklich ernst nehmen könnte. Die Licht- und Schattenseiten halten sich bei „Motel Bamako“ also so ziemlich die Waage.

www.innamodja.com