Neue Platten

Gerd Knebel - The Knebells

Genre: Hessen Rock
Label: Frau Batz Records (Indigo)
CD; VÖ: - 23.09.2016

Ich war mal früher ein großer Fan von Gerd Knebel, mit seinem Kumpel Henni Nachtsheim eine Hälfte von „Badesalz“, ein Komiker-Duo, bei dem man sich regelmäßig weggeschmissen hat und das heute noch mit Bonmots wie „Busfahrer …“ im Kleinhirn nachwirkt. Irgendwann war dem Badesalz dann aber nach vielen Jahren des Erfolgs die Salzlösung abhanden gekommen und die beiden verschwanden so langsam von der Bildfläche. Tauchten höchstens noch mal sporadisch hier und da mit vereinzelten Soloprogrammen und ein paar hübschen Gags am Rande der Kleinkunstszene wieder auf.
Jetzt, 30 Jahre später, gibt es tatsächlich wieder Neuigkeiten von Gerd. Zusammen mit Henni hat man „Frau Batz Records“ aus der Taufe gehoben, den Namen Batz kennt man ja noch von früher. Eine Plattform, um neue Projekte kostengünstig zu realisieren.
Den Anfang macht „The Knebells“, Gerd Knebels Soloscheibe mit sage und schreibe 70 Minuten Musik, die er sich - nicht etwa zusammen mit Henni, sondern mit dem Frankfurter Komponisten Niklas Kleber – ausgedacht und auch in trauter Zweisamkeit realisiert hat.
Man sollte nun meinen, dass einer wie Knebel jetzt viele neue Knaller abliefert, so wie man das von früher gewohnt war. Stattdessen aber ist die Enttäuschung groß. Auf einem durchschnittlichen Rock- und Popfundament werden dem Hörer Songs um die Ohren gehauen, die ihm vermutlich kaum ein müdes Po-Runzeln entlocken werden. Knebel singt von „Landmädchen“, die nur Liebe und frische Luft brauchen, von „dicken Müttern“, die immer Käse, Fleischwurst und Kartoffelbrei dabeihaben und Schokolade in ihre kleinen dicken Mädchen reinstopfen, oder von „Stillen Killern“, die Cafés in die Luft sprengen, einem Schuldner ins Gesicht schießen oder Köpfe vergraben.
Vermutlich haben Knebel und Kleber sehr lange über diesen Texten gesessen und auch viele Reimmuster durchgearbeitet. Aber so richtig originell ist das selbst mit viel Wohlwollen nicht zu nennen. Dann schon lieber Udo oder Marius, obwohl die auch nicht unbedingt die Krönung deutscher Rockmusik sind. Neben deutschen Texten haben sich die Knebells dann noch ein paar Songs in Englisch ausgedacht. Leider hat sich auch da das Duo nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das Originellste an diesem Album ist nach wie vor das Coverfoto. Aber auch hier gilt leider wieder der alte Spruch: Don’t judge a book by its cover.

www.gerd-knebel.de