Neue Platten

Enjuti - Schönheit durch Zerbrechlichkeit

Genre: Jazz
Label: Traumton (Indigo)
CD; VÖ: - 07.10.2016

„Schönheit durch Zerbrechlichkeit”. Welch ein sympathischer und zugleich vielversprechender Name für einen Tonträger. Kann eine Vorgabe an so viel Eleganz und Sinnlichkeit überhaupt musikalisch umgesetzt werden? Nach 58 Minuten ist man schlauer: ja, ist durchaus möglich, wenn man Piano, Bass, Drums und Gitarre so imponierend und so interdisziplinär bedient, wie es das Kölner Quarett Enjuti tut und das Ganze noch mit ein paar geheimnisvollen technischen Effekten würzt. Das Album besteht gerade mal aus sechs Titeln, die in der Namensgebung zwar etwas kryptisch sind, inhaltlich jedoch voll und ganz dem entsprechen, was man sich unter emotionaler Musik zwischen Jazz und Impro so vorstellen kann. Sicher: aus der Zerbrechlichkeit wird zuweilen auch mal eine wuchtige Draufgängerdramaturgie, aber die stört den Gesamt-Kontext nur wenig, passt sich vielmehr harmonisch ein. Trumpf ist bei Enjuti das Ensemble-Spiel. Eine ausdrucksstarke Interaktion, die Hand und Fuß hat. Elektronik gegen Flügel, Gitarre konventionell gegen Gitarre verdreht, Klassik gegen Moderne, Komplexität gegen Lieblichkeit, alles drin. Die Bandbreite der Ausdrucksform ist enorm, ebenso die Vielzahl der Rhythmuswechsel, die einen beständig hin- und herschaukeln. Vielleicht eine konsequente Fortsetzung und Aufbereitung dessen, was auf „Ummagumma” noch in den Kinderschuhen gesteckt hat.

www.enjuti.de