Neue Platten

Syd Arthur - Apricity

Genre: Indie Pop
Label: Communion Records/Harvest
CD; VÖ: - 21.10.2016

Die britische Band Syd Arthur wird ja von einigen Zeitgenossen als „Psychedelic Jazzband” bezeichnet. Wer aber Syd Arthur’s neues Album „Apricity”in Ruhe durchgehört hat, wird wohl eher zu den Schluss kommen, dass es sich bestenfalls um Progressive Rock der Post-Millenniumswende handelt, letztendlich eigentlich aber doch um hochklassigen Indie Pop ist. Wie dem auch sei, „Apricity” ist ein ziemlich gelungener Wurf, den das Brüder-Trio Liam, Joel und Josh Magill sowie Raven Bush (Neffe von Kate Bush!) da gekugelt haben. Der Bandname Syd Arthur soll angeblich von einer Assoziation zu der Hermann-Hesse-Figur „Siddhartha” stammen, der dann ein wenig anglisiert wurde. Egal, die 10 Songs dieses Album jedenfalls haben tatsächlich etwas von einer Offenbarung, ganz so wie die meisten Hesse-Romane. Und das, obwohl die Stücke doch ziemlich komplex angelegt sind und sich nicht an den Gesetzen eines schnell gezimmerten Mengen-Pop orientieren. Die vier Jungs aus dem Süden Engelands haben sich jedenfalls viel Mühe gegeben, Herz und Kopf elegant unter eine Mütze zu bringen. Verspielter Gesang und noch verspieltere Arrangements lassen kaum Langeweile aufkommen, weswegen man sich mit dem Album auch Zeit lassen und sich nicht gleich wegen der Multidimensionalität abschrecken lassen sollte. Das Ding funktioniert eben wie ein guter Rohschinken: etwas länger gereift, schmeckt er gleich doppelt so gut. Ach ja, die Besetzung: Fast klassisch, also Gitarre, Bass, Keyboards, Schlagzeug und Gesang, plus etwas Geige und Mandoline.

www.sydarthur.co.uk