Neue Platten

Renato Borghetti Quarteto - Gaita Na Fábrica

Genre: Folk Brasilien
Label: Saphrane (Galileo MC)
CD; VÖ: - 28.10.2016

Der Süden Brasiliens, also zum Beispiel die Provinz „Rio Grande Do Sul”, unterscheidet sich vom Rest des großen Landes doch recht deutlich. Sehr viel europäischer ist alles geprägt, man findet hier viele deutsche und italienische Namen und auch musikalisch geht es dort etwas spezieller zu. Einer der landestypischen Weltmusikanten ist der Gaita-Spieler Renato Borgehtti, der zusammen mit drei weiteren Musikern der Region die ländliche Musiktradition am Leben erhält. Rein, unverfälscht und ohne global-elektrifizierten Firlefanz.
Die Gaita (ponto) ist das südbrasilianische Knopfakkordeon und ein Gaiteiro ist einer, der es spielt, aber auch einer, der es baut. Zum Beispiel in der Fábrica de Gaiteiros in der Nähe von Porto Alegre. Bis nach Uruguay sind es gerade mal 300km. Dort in der Fábrica wurde dieses Album aufgenommen und dort ist Renato Borghetti auch quasi zuhause. Denn er kümmert sich nebenher noch um ein soziales Projekt, das dort untergebracht ist und da geht es natürlich und vor allem um die Gaita.
Das Album „Gaita na Fábrica” ist also randvoll mit ländlicher Gaucho-Musik, die aber einen starken Hang zum Jazz hat. Denn Borgehtti improvisiert in extrovertierter Weise und macht seinem Ruf als Musiker des Volkes alle Ehre. Wer sich noch nicht so ganz vorstellen kann, wie das Ganze klingt, der kann sich zum Beispiel an der Musik der US-Südstaaten orientieren, am Cajun oder Zydeco, aber auch am nordbrasilianischen Forró. So hat Borghetti bereits zusammen mit Luís Gonzaga oder Ron Carter auf der Bühne gestanden. Beim Akkordeon-Festival in Wien hat er eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass aus Brasilien nicht eben nur Samba und Bossa kommen, sondern auch Chamamé oder Milonga.

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