Neue Platten

Faustus - Death and Other Animals

Genre: Folk Rock
Label: Westpark Music (Indigo)
CD; VÖ: - 04.11.2016

Was macht man, wenn der bisherige Arbeitgeber aufhört zu existieren? Man sucht sich Arbeit bei einer neuen Firma. Paul Sartin und Benji Kirkpatrick waren bis Mitte 2016 bei der Band Bellowhead beschäftigt und sorgten dort mit Geige und Bouzouki für ordentlich Schub. Mit Faustus hatten sie allerdings schon zu Bellowhead-Zeiten einen lukrativen Nebenjob, der aber nun zusammen mit dem Akkordeonisten Saul Rose zur kompletten Selbständigkeit umfunktioniert wurde, seit die Folkbigband Mitte 2016 ihr Farewell-Konzert gab. Man heißt nun „Faustus“, was zum einen ziemlich unenglisch klingt und zum anderen aber urenglischen Folk beinhaltet. Das Faustus-Trio kann für sich also in Anspruch nehmen, ganz profihaft das weiterzuführen, was Britfolk im Innersten zusammenhält. Nämlich eine Kreuzung traditionellem Wurzelwerk und neuen Gedanken zu diesem Thema. Aus dem „National Centre for the Folk Arts“ haben sie eine Menge alten Stoff abgesaugt, den sie jetzt auf „Death and Other Animals“ zu neuen Songs verarbeitet haben. In „Deadly Sands“ beispielsweise wird mal wieder das Lieblingsthema der britischen Folkies artgerecht aufbereitet: Zur See fahrende Männer und ihr Unglück. Melodramatische Ausführung, reichhaltiger Gesang und instrumentell sehr energisch. Diese Befindlichkeiten treffen auf fast alle Stücke zu. Wer Böses will, sagt dazu: alter Wein in neuen Schläuchen. Für englische Verhältnisse dürfte diese Beurteilung sicher fast schon an Ketzerei grenzen, denn Folk auf der Insel ist fast schon sakrosankt. Faustus bedienen also eine vorwiegend nationale Klientel und das tun sie mit viel Leidenschaft, noch mehr Enthusiasmus sowie einer ordentlichen Portion handwerklichen Knowhows. Die Sache dampft, vor allem aber im UK.
PS: Sehr schön übrigens auch das Coverartwork. Da sollte man mal genauer hinschauen.

www.faustusband.com
www.jamesandsaul.com
www.benjikirkpatrick.com
www.paulsartin.co.uk