Neue Platten

The Rough Guide To The Music Of Iran - (V. A.)

Genre: Quer durch Iran
Label:World Music Network (Edel)
CD, VÖ: - 11.08.2006

Sicherlich nicht ganz ohne Hintergedanken haben die Compiler des Rough Guide To the Music of Iran eine ausgelassene Ethno-Pop-Nummer an den Anfang dieser CD gestellt. Schließlich gibt es im Land der Mullahs und Ayatollahs nicht nur introvertierte Sufi-Poesie, sondern seit 17 Jahren entwickelt sich im ehemaligen Persien langsam aber stetig eine bunt gefächerte Musik-Szene bis hin zum „Underground-Rock” und das wird hier ausgiebig und vielseitig beleuchtet. Die poppige Arian Band beispielsweise mit ihren drei Sängerinnen wurde mit ihrem Bestseller-Album „Ta Binahayat” 2005 zum Renner des Jahres. Dagegen klingt der Kurden-Folk von den Kamkars schon etwas traditioneller, hat aber durchaus auch feuchtfröhliche Akzente. Ein alter Bekannter und international anerkannter Musiker aus der armenischen Gegend ist Djivan Gasparyan. Der freundliche alte Duduk-Spieler mit seinem schneeweißen Haupthaar begleitet hier den Tar-Spieler Hossein Alizadeh auf einem bemerkenswerten Live-Konzert in Teheran. Gegen Mitte des Album wird Tradition aufgefahren. Klassische persische Musik in allerlei Schattierungen führt eindrucksvoll vor Augen, wie vielschichtig zwischen Pakistan und der Türkei musiziert wird. Von Altmeistern der klassischen Vokal- und Instrumentalmusik bis hin zu Formationen wie Barad, die alternative Rockmusik mit der Poesie von Rumi und Hafez verbinden, oder O-Hum, die so sehr dem Hard-Rock verbunden sind, daß sie ihre Album zuhause nur über das Internet loswerden. Ein interessanter Querschnitt durch die Musik des Iran also, den man in dieser Bandbreite so sicher nicht erwartet hätte.

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