Neue Platten

Joo Kraus - Until Now …

Genre: Pop Jazz
Label: Künstlerhafen (Edel Kultur)
Doppel-CD; VÖ: - 04.11.2016

Gute Trompeter, die sich elegant zwischen Pop und Jazz bewegen können und sich dabei nicht dem Mainstream andienen, sind in der deutschen Szene nicht gerade an jeder Ecke anzutreffen. Joo Kraus gehört neben Reiner Winterschladen (Nighthawks) zu den wenigen, die Kante zeigen und sich nicht verbiegen lassen und auch nicht ständig als „Star-Trompeter” durch die Medien geistern.
Joo Kraus, der Ulmer Sympath, hat sich zu seinem 50. ein Präsent in eigener Sache gemacht. Neben der CD „JooJazz” hat er gleichzeitig auch noch eine Revue seines bisherigen Schaffens auf die Beine gestellt. Seiner Vielseitigkeit angemessen ist daraus eine dicke Doppel-CD geworden. „Until Now …” ist also ein persönlicher Rückblick über die letzten Jahrzehnte, von „deWinkel/Hattler” über „Kraan” und „Tab Two” bis zur SWR Bigband. Daneben kommen noch einmal die unzähligen Auftritte als Sideman oder die Kooperationen mit internationalen Musikern ins Rampenlicht. Und da gibt es, wie nicht anders zu erwarten, eine Unzahl an Leckerlis, die Joo Kraus so über die Jahre eingespielt hat. Besonders zu erwähnen sei hier die Zusammenarbeit mit dem Urban Soul Collective, Pee Wee Ellis oder den Tres Lindas Cubanas. Bei dieser Fülle der Stücke (es sind insgesamt 34 an der Zahl) kann es natürlich auch schon mal vorkommen, das ein, zwei Hänger dabei sind, die man gerne übersieht. So zum Beispiel „Amerika” mit BAP oder „Thief of Hearts” mit Tina Turner. Über letzteren Song war Kraus anscheinend selbst nicht sonderlich glücklich, „Aber der Song gehört nun mal zu meiner Story”, so der Joo im Booklet. Sei’s drum: Diese 150 Minuten Spielzeit sind es auf jeden Fall wert, dass man sich da mal ordentlich reinvertieft.

www.jookraus.com