Neue Platten

Harri Stojka - A Tribute to the Beatles

Genre: Pop
Label: Lotus Records (Galileo MC)
CD; VÖ: - 25.11.2016

Ein bekanntes Phänomen: je älter man wird, desto mehr interessiert man sich für die Zeit, als man noch jung war, speziell wenn es um die Musik geht. Vorausgesetzt, einem ist diese Zeit aus heutiger Sicht nicht allzu peinlich. Da werden dann plötzlich wieder alte Kamellen ans Tageslicht befördert, die man in den Reifejahren entweder bewusst negiert hat oder aus verlorenem Interesse unter dem Teppich hat liegen lassen.
Die Beatles zum Beispiel. Bis zu ihrer Trennung 1970 etwas umwerfend Neues und daher von vielen verehrt. Für einige bis heute daher unsterblich und das größte unter der Sonne. Für andere, die sich ziemlich schnell vom Mainstreampop ab- und der Alternative „Underground“ zugewendet haben, waren die Beatles sowieso nur von geringem Interesse.
Harri Stojka war zu Sgt. Peppers Zeiten elf oder zwölf Jahre alt. Musik der eigenen (Roma)Kultur hatte keine Lobby und wurde zudem stark überlagert vom BRAVO-Pop. So etwas prägt. Daher ist es nur folgerichtig, wenn sich Stojka nun mit Erreichen der 60er Schallmauer wieder an jene Zeiten mit Wehmut erinnert und ein „Those were the Beatles-Days-Album“ herausbringt, das sich so ganz anders anhört, als seine bisherigen, vom Gipsy-Jazz getränkten, Alben. Was hier zu hören ist, ist weder verswingt, noch verjazzt, noch von der Roma-Kultur unterwandert. Es ist lupenreiner, instrumentaler Retro-Pop, in den die Liverpooler original Gesangslinien problemlos hineingeschnitten werden könnten. Bei den 17 Tracks kommen vorzugsweise die ganz alten Kompositionen zum Zuge. Von „A Hard Days Night“ bis „She Loves You“ und „Twist and Shout“. Lediglich das Ende klingt mit „Imagine“ betont weltfriedlich-klassisch aus.
Harri Stojka hat wie so oft, so auch hier, wieder alle Instrumente selbst bedient. Gitarren, Keyboards, Bass, und Drums - sogar „Programmiertes“ ist mit dabei. Und eben da liegt der Hund begraben. Alles klingt sehr hausbacken. Stojkas Stärke ist nun mal die Gitarre, was er auf diesem Album auch ausgiebigst und teilweise sogar übertrieben ehrgeizig zur Schau stellt. Das restliche Drumherum klingt aber eher nach Schülerband. Und auch seitens der klanglichen Abwechslung ist die Sache recht mau geraten: Die meisten Stücke sind immer nach dem gleichen Muster aufgebaut. Stojka zählt ganz offensichtlich zu den großen Verehrern der Fab-Four, aber mit diesem Tribute-Album hat er sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

www.harristojka.at

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