Neue Platten

Laurence Crane / Asamisimasa - Sound of Horse

Genre: Neo-Klassik
Label: Hubro
CD, Do-LP; VÖ: - 25.11.2016

Das norwegische Label Hubro ist ja schon seit längerem dafür bekannt, Musik von Künstlern an die Öffentlichkeit zu bringen, die sich eher an der Peripherie der Unterhaltungsmusik positionieren. Musik, die sich den starren und daher meist langweiligen Strukturen des Pop entzieht, dadurch sperriger und auf den ersten Blick unnahbarer wirkt. Man kann sich aber durchaus mit vielen Künstlern und deren Produktionen anfreunden und sogar Gefallen an ihnen finden, hat man erst einmal seine Antennen neu justiert, um sich für neue Klangwelten zu öffnen.
„Sound of Horse” ist wieder so ein spezieller Fall, wo es um ausgefallene Ideen und ungewöhnliche Soundstrukturen geht. Zusammengetan haben sich hier der britische Komponist zeitgenössicher Klassik Laurence Crane und die norwegische Gruppe Asamisimasa, ein sechsköpfiges Ensemble, bestehend aus Klarinette, Cello, Gitarren, Piano, Orgel, Perkussion und Soprangesang.
Es handelt sich durchweg um sogenannte „Minimal Music”, bei der die Norweger versuchen, den introvertierten Werken von Crane gerecht zu werden. Zum 20-minütigen Hauptwerk „Sound of Horse” ließ sich Crane beispielsweise von der Land­schaft um den „Horse Sound“ auf der schottischen Coigach-Halbinsel inspirieren. Sound hat hier die bedeutung von „Sund“ oder„Fjord“. Das 7-teilige Stück strahlt einerseits sehr viel innere Ruhe aus, geht andererseits aber auch in kurze Teile über, die die Dynamik von Rockmusik aufweisen. Künstler wie Satie oder Brian Eno huschen vor den geistigen Auge vorbei.
Crane arbeitet auch viel mit sogenannten „Drones” (dt. Borduntöne), die wie ein weiches Fundament unter der eigentlichen Musik liegen und dadurch eine warme Stimmung erzeugen. Der Titel „John White in Berlin”, komponiert für E-Gitarre, Cello, Perkussion und Piano, ist hierfür ein perfektes Beispiel und beweist im übrigen, wie perfekt sich die Gruppe Asamisimasa auf Crane eingestellt hat.
„Sound of Horse” ist eine Klangwelt für sich, ein perfektes Bindeglied zwischen Ambient und neuer Klassik.

www.asamisimasa.com
www.hubromusic.com