Neue Platten

René Aubry - Memoires du Futur

Genre: Chanson/Ambient
Label:Hopi Mesa (NRW Vertrieb)
CD, VÖ: - 08.09.2006

Ein Klangmaler der stillen Töne. Das ist René Aubry und der reiht sich nahtlos in die Reihe derer ein, die uns Deutsche mal wieder fassungslos dastehen lassen. Warum? Weil wir einmal mehr verpasst haben, was dieser Musiker der Sonderklasse in unserem Nachbarland in den letzten Jahren so alles angestellt hat. Seit 1983 zum Beispiel 12 stolze Alben herausgebracht, sich diverse male die Bühne mit so lichten Persönlichkeiten wie Philip Glass, Nusrat Fateh Ali Khan oder David Byrne geteilt oder jede Menge Filmmusiken geschrieben. Und trotzdem krähen hierzulande immer noch viel zu wenig Hähne nach diesem großartigen Musiker. Aubry’s „Erinnerungen an die Zukunft“ gehört nämlich zu den Tonträgern, die man, einmal gehört, nicht so schnell wieder ins Regal stellen mag. Das liegt zum einen daran, daß diese Mischung aus französisch/italienischem Chanson und anspruchsvoller Ambientmusik eine recht ungewöhnliche ist, zum anderen verbreiten diese 13 Kompositionen eine wohlige Entspanntheit, die man zwar immer wieder sucht, aber kaum findet. 51 Minuten lang Lockerungsübungen für eine durch Alltagsstress verkrampfte Seele. Aubry bewerkstelligt dies mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln, indem er Akustisches mit Elektronischem kunstvoll miteinander verflechtet. Osteuropäische Stilelemente werden durch den Einsatz des Hackbretts angedeutet, Fernöstliches wiederum durch das sachte gezupfte Banjo, das wie eine japanische Koto klingt, dazwischen pocht afrikanische Perkussion. Unterlegt wird das vielfach mit warmen Zutaten aus der Elektronikkiste. Dank seiner Fähigkeit, mit einer Vielzahl von Instrumenten kompetent umzugehen und auch seine Stimme, wenn nötig, stimmungsvoll einzubringen, wird dieses Album zu einem musikalischen Leckerbissen.

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