Neue Platten

The Rough Guide to Hillbilly Blues - V. A.

Genre: Blues
Label: World Music Network (Harmonia Mundi)
CD; VÖ: - 20.01.2017

Was ist eigentlich ein Hillbilly? Im Grunde ist ein Hillbilly in Amerika das, was bei uns ein Hinterwäldler ist, ein Landei, ein einfach strukturierter, nicht gerade mit übermäßigem Intellekt gesegneter Zeitgenosse. Die amerikanischen Hillbillies der 1920er kamen zumeist aus den gebirgigen Zügen der Apalachen oder Ozark Mountains, wo sie als low-class-Arbeiter ihr Leben fristeten und gelegnetlich Musik machten. Die war meist simple und in der Struktur eine Art Country-Blues. Oft mit Gitarre oder Banjo im Anschlag, sangen die weißen Hillbilly Boys zumeist troubadourartig von allem, was in ihrem nicht immer lustigen Leben eine Rolle spielte.
Ein gefundenes Fressen für die Rough Guide Compiler, die in Sachen Hillbilly Blues insgesamt 25 klassische, aber auch vielfach vergessene Vertreter dieser Spezies wieder ausgegraben und klanglich restauriert haben („reborn and remastered”).
Die hier vorgestellten Musiker hatten trotz der Rassentrennung einen guten Draht zu schwarzen (Blues-)Musikern ihrer Zeit und orientierten sich nicht selten an deren Musik. So zum Beispiel Frank Hutchinson aus West Virginia, der zur ungehobelten Gitarre eine muntere Mundharmonika blies. Und auch Jimmy Rodgers veranlasste beispielsweise Howlin Wolf, sich im „country yodeling” zu üben. Die Dixon Brothers dagegen hantierten kunstvoll mit der Hawaii-Gitarre, Larry Hensley sang den Streichholzschachtel-Blues und John Dilleshaw intonierte ganz weltoffen den „Spanish Fandango”. 76 Minuten Landeier-Musik, striktly simple.

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