Neue Platten

Cancer - Totem

Genre: Indie Pop
Label: Tambourhinoceros (Indigo)
CD; VÖ: - 27.01.2017

Dass es im Staate Dänemark immer schon etwas lockerer und unorthodoxer zugeht, werden all diejenigen bestätigen können, die den Dänen schon mal etwas genauer in den Hinterhof geäugt haben. So nimmt es auch nicht Wunder, wenn sich ein Duo aus eben diesem Land „Cancer” nennt, wohlwissend, dass man mit dieser Vokabel eigentlich kein Schindluder treiben sollte. Angeblich wollten Nikolaj Manuel Vonsild und Kristian Finne Kristensen das auch nicht und und werden nicht müde immer wieder zu betonen, dass man die negative Belegung dieses Wortes als eine Art persönliche Herausforderung bzw. Enttabuisierung sieht, um aus Erlebtem etwas Gutes zu ziehen. Und um das noch zu unterstreichen, haben sie ihr Debut-Album dann auch noch gleich mit dem Namen „Totem” belegt. Seltsame Logik.
„Totem” hat folglich etwas sehr Bittersüßes. Neben den unwirklichen Vokalpassagen wirkt der elektronische und perkussisve Unterbau der Stücke zusätzlich surreal, die eingesetzten Gitarren klingen einigermaßen entrückt. Stücke wie „Die one more time”, „Tears” oder „This is where it hurts” sprechen textlich eine eindeutige Sprache, die Musik könnte einem also ob ihrer Morbidität im Halse stecken bleiben. Dennoch kann man den elf Stücken eine gewissen Emotionalität nicht absprechen, an die man sich im Laufe der 53 Minuten Spielzeit durchaus gewöhnen kann. Vermutlich trotzdem aber nichts für Leute, die schon mal einschlägige Erfahrungen gemacht haben.

www.cancermissyou.com