Neue Platten

In Prison - (V. A.)

Genre: Blues/HipHop
Label:Trikont (Indigo)
CD, VÖ: - 08.09.2006

Rassismus gegen Schwarze hat Tradition in Amiland. Über 2 Mio Menschen sitzen dort ein, prozentual weit mehr als im Unterdrücker-Staat China. Und fast die Hälfte davon hat die schwarze Hautfarbe. Nicht selten werden die Blacks gehalten wie einst die Sklaven. Die Gründe und Ursachen für die hohe Knastrate sind klar: Wenn’s in Amerika ans Eingemachte geht, ist der Nigger meistens der Arsch. Und der erste, der ins Kittchen wandert. Und so wie sich einst unter Sklaven eine ganz spezielle Musik etabliert hatte, um das Elend zu ertragen, so gibt es auch in den USA bis heute eine Tradition der Prison-Songs: Knast-Soul, Chain-Gang-Blues, Penitentiary-HipHop. Ein gefundenes Fressen natürlich für Black-Music-Spezialist Jonathan Fischer, der Trikont regelmäßig mit ausgesuchten Themen der Schwarzen Musik beglückt. Auf „In Prison – Afroamerican Prison Music from Blues To HipHop” hat er mal wieder ganz spezifische Tracks zusammengetragen, die von frühen Aufnahmen (1959) bis in die Gegenwart reichen. A-Cappella Field-Recordings von zuckerrohrschneidenden Gefangenen über soulig-jazzige Anklagen gegen unmenschliche Zustände bis hin zu New Yorker Rappern, die gegen Polizeiübergriffe wettern, reicht das breite Spektrum. Von Nina Simone über Curtis Mayfield und The Last Poets bis hin zu 2Pac und die Temptations. Alle protestieren sie auf ihre Weise gegen Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Willkür, denen farbige Gefangene in den USA ausgesetzt sind. 19 beeindruckende Beispiele schwarzen Selbstbewußtseins und zusammen mit dem spannend zu lesenden Booklet ein weiteres Juwel im Katalog des Münchner Nonkonformisten-Labels.

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