Neue Platten

Manu Delago - Metromonk

Genre: Indie Pop
Label: Tru Thoughts (Groove Attack)
CD, LP, DR; - 27.01.2017

Es geht wieder mal um Klanglandschaften. Und wer aus den Bergen kommt, der hat dafür sowieso ein ganz besonderes Gespür. Manu Delago, ein in London lebender Innsbrucker, ist inzwischen ein alter Hang-Hase. Schon Mitte der 00er Jahre, als noch kaum einer wußte, was es mit diesem Teil überhaupt auf sich hat, erkundete er dieses faszinierende Perkussionsinstrument, das eine unglaubliche Bandbreite an Klangmöglich­keiten aufweist und inzwischen von vielen Pop- und Jazz-Bands geschätzt und eingesetzt wird.
Noch einmal in der Kurzversion: Das Hang besteht aus zwei metallenen Halbkugeln, die miteinander verklebt sind und aussehen wie ein Wok mit Deckel. Es wird mit Fingern, Daumen, Handflächen oder Handwurzeln bearbeitet und dadurch entstehen die unterschiedlichsten Klangfärbungen. An sich ein perfektes Instrument für die Esoterik-Schublade, aber dank innovativer Ansätze seitens einiger Musiker, auch ein ideales Spielzeug für unothodoxe Musikansätze.
Das Erfolgsalbum Silver Kobalt hat Manu Delago beflügelt. Der Nachfolger „Metromonk” ist ohne Overdubs eingespielt, klingt sehr elektronisch, ist aber rein akustisch, zumindest was das Hang-Spiel anbeglangt. Die warme Atmosphäre, die fast alle Stücke auszeichnet, unterstreicht die geheimnisvolle Dynamik, die Delago immer wieder in seinen Stücke präsentiert. Mit Gästen wie den Sängern Douglas Dare, Pete Josef und Isa Kurz oder dem Trompeter Erik Truffaz sind zudem Musiker am Start, die Delagos Intentionen vortrefflich umsetzen. Lediglich dem vorletzten Stück „Chimp Rave” entfahren mehrere oppulente Donnerwetter, die nicht zwingend zum restlichen Trip aus Samt und Seide passen wollen. Letztlich ist aber auch dieses Werk von Manu Delago wieder von ausgesuchter Schönheit und daher wärmstens zu empfehlen.

www.manudelago.com