Neue Platten

Clock Opera - Venn

Genre: Indie Pop
Label: !K7 (Indigo)
CD; VÖ: - 10.02.2017

Wer im Köln/Bonner Raum zuhause ist, dem ist „Venn” wohlbekannt. Das „Hohe Venn” bietet nämlich in seiner Eigenschaft als ausgedehntes Hochmoor interessierten Nature-Boys and -Girls ein perfektes Rückzugsgebiet in Sachen mentaler Meditation. Trotzdem ist anzunehmen, dass die vier britischen Musiker von Clock Opera bei der Benennung ihres zweites Albums dieses belgische Naturschutzgebiet kaum im Hinterkopf gehabt haben dürften. Bleibt dieser Punkt in Sachen Begriffsdeutung also erst einmal im Dunkeln.
Mit der Stimmungslage, die „Venn” zum Ausdruck bringt, verhält sich das ein wenig anders. Es wird kolportiert, dass die melancholische Grundstimmung des Albums auf einschneidende Negativ-, bzw. Trauer-Erfahrungen der Band basiert. Und in der Tat, ein sonnendurchflutetes Set ist das nicht gerade, das Connelly und Co hier auf die Beine gestellt haben. Aber oftmals erzeugen wehklagende Gefühle mehr Empathie als fröhliche Bollerbeats. Im Mittelpunkt des Geschehens steht erst einmal Conellys kopfstimmigenlastiger Gesang, der einen so manches mal an die Vokallinien von Jonathan Higgs erinnert, der bei der Band „Everything Everything” seinen Sänger-Job verrichtet. Umrahmt wird der Gesang von vielschichtiger Elektronik, von Gitarren und treibenden bis zurückgenommenen Beats. So halten sich Schwermut und Optimismus ganz gut die Waage. Es dauert allerdings ein Weilchen, bis man sich mit der vielschichtigen Opulenz angefreundet hat. Dann aber entfaltet sich das eindringliche Werk in seiner vollen Breite Stück für Stück.

www.clockopera.com