Neue Platten

Awa Ly - Five And A Feather

Genre: Soul Pop
Label: Naïve (Indigo)
CD; VÖ: - 24.02.2017

Normalerweise ist Musik, die sich zwischen Soul, Pop und Folk bewegt, seichte Dutzendware und kaum der Rede wert. Aber wie bei jeden Seismopgraphen, der in der Regel nur unmerkliche Bewegungen aufzeichnet, gibt es hin und wieder auch extreme Ausschläge, die einem erhöhte Aufmerksam abverlangen.
So auch bei „Five And A Feather” der französischen Sängerin Awa Ly, eine Künstlerin mit senegalesischen Wurzeln und einem sicheren Gespür für musikalische Eleganz. Als erstes geht natürlich die butterweiche Stimme ins Ohr, die sowohl Magie als auch Gefühl in sich vereint und mit einer ähnlichen Anziehungskraft gesegnet ist, wie die von Malia. Ein weiterer großer Pluspunkt bei diesem Album sind die überaus intelligent gemachten Arrangements, die sich wohltuend vom üblichen Rhythm ‘n’ Blues-Einerlei abheben. Die gehen nämlich auf das Konto von Jean Lamoot und Pascal Danaë, die mit ihrer Band „Rivière Noire” das Weltmusik-Album des Jahres 2015 zuwege brachten.
„Five And A Feather” ist von entsprechend angenehmer Wärme, hat coole Beats im Gepäck und weiß mit unterkühltem Temperament zu überzeugen. Als Gäste mit dabei: Faada Freddy (Gesang) und Ballaké Sissoko (Kora). Man merkt den zehn Songs in jeder Sekunde an, dass mit mit poetischer Kreativität und hauchzarter Leidenschaft gestrickt wurden. Ein wunderbarer, wenngleich mit einer Spielzeit von gerade mal 38 Minuten überschaubarer Zeitvertreib.

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