Neue Platten

Dynamoe - Coming Home

Genre: ElektroSoulJazz
Label:Murena (edel)
CD, VÖ - 28.02.2005

„Der erste Eindruck ist entscheidend”. Oft gehört, selbst schon mal erfahren, bei CDs eine zweischneidige Sache: Nobles Cover, schlechter Inhalt oder umgekehrt. Was also tun mit Dynamoe? Das breite klobige Grinsen der Cheshire Cat auf dem Cover deutet jedenfalls nicht unbedingt darauf hin, daß der klangliche Inhalt ein ganz anderer ist. Und auch die weiteren Illustrationen im Booklet machen allenfalls kubismusbegeisterten Pinselwacklern alle Ehre, stehen sie doch in krassem Gegensatz zu den warmen und feinfühligen Kreationen von Giovanni Campagna und Dennis Lee, zwei Lounge-Beat-Produzenten, die für ein dänisches Kleinlabel ihre Arbeit aufgenommen haben.
Normalerweise ist Lounge ja mittlerweile ein Fall für einen gesunden Winterschlaf, hier jedoch reizen, wie schon eingangs erwähnt, die ersten Töne zum Weiterverfolgen der bereits aufgenommen Fährte. Das mag daran liegen, daß gleich zuforderst ein gewisser Adrian Wilding aus London seine sonoren Stimmbänder in Schwingung versetzt und dieser fein angelegten Intro-Nummer zu Glanz und Gloria verhelfen. Jazzbesen, Stehbass, Rhodes … eine prickelnde Atmo macht sich breit. Cool-groovende Programmierungskunst ist die weitere Folge, denn Track zwei warten mit einer geheimnisvollen Klangkonstruktion auf, wie man sie schon seit den Kindertagen des Chillout-Jazz in seinem Herzen trägt: Vibraphone aus dem Keyboard, Apollo 440 Gitarre im Anschlag und soulige Vocals. Und wo ein Soul-Crooner croont, da ist das weibliche Pendant meist nicht sehr weit. Exakt gefolgert: Joy und Liz liefern auf insgesamt 4 Tracks gehauchte Deepness, gepaart mit relaxter Eleganz. Allerdings müssen hier einige Abstriche an kreativer Originalität gemacht werden, denn im ersten Gang und mit minimalem Bewegungsdrang ist die hippe Überholspur doch schon manchmal sehr weit entfernt.
Das bringt uns zum Rest des Angebots. Auch da ist man von Turbo und Vollgas zwar weit entfernt, aber die jazzige Slackness, ein dezent geblasenes Sax und der damit verbundene Bar-Dunst ergeben eine komfortable Federung, ganz wie dereinst im guten alten Citroën DS.

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