Neue Platten

Ulrike Haage - Weißes Land

Genre: Jazz
Label:Content (Edel)
CD, VÖ: - 06.10.2006

Wer die Spuren der Ulrike Haage nach ihren Rainbirds-Zeiten weiterverfolgen wollte, mußte sich nicht selten in ausgesuchte Klein-Locations begeben um sie live zu erleben, sich zu vorgerückter Stunde vors Hörspielradio setzen oder aber ein gut betuchter Vielflieger sein. Der Wandel von einer Pop-Musikerin hin zu einer anerkannten Jazzkünstlerin vollzog sich schleichend. Auf Konzert-Tourneen mit Meret Becker, Carlos Bica oder Hideki Ikegami, in Zusammenarbeit mit philosophischen Grenzgängern wie Thea Dorn oder Durs Grünbein oder als Repräsentantin deutscher Musikkultur in Osteuropa und Asien, Ulrike Haage genoß den Status eines Tausendsassas, der stets im Verbund mit ihren jeweiligen Brothers & Sisters in Arms für hochwertige Events sorgte. Da nimmt es nicht Wunder, wenn im Künstler langsam der Wunsch nach einem Soloprojekt aufkeimt. „Sélavy” war der solistische Urknall und hinterließ allseits einen freudig erregten Nachhall. Eine in sich stimmige Essenz aus dem bisherigen Schaffen, mit allem was ihr bisher wichtig war: Piano & Laptop, Melodie & Gefühl. Nun der zweite Coup „Weißes Land”. Eine deutliche Hinwendung zur geflügelten Akustik, ohne jedoch die Elektronik gänzlich aufzugeben. Das Piano als der Inbegriff emotionaler Ausdruckskraft, die sachte tackernde Beatbox als hintergründliche Unterstützung sowie gelegentlicher Beistand von dezenten Drums und leiser Violine. Ein feinfühliger Trip durch melancholische bis straff durchkomponierte Mikrokosmen, durch wohlsortierte Stimmungsbilder und sorgfältig austarierte Klangarchitekturen. Es sieht so aus, als ob Ulrike Haage mit „Weißes Land“ ein lange gesuchtes Ziel gefunden hat.

www.ulrikehaage.com