Neue Platten

Jowee Omicil - Let’s Bash!

Genre: Jazz Sax
Label: Jazz Village (Harmonia Mundi)
CD; VÖ: - 21.04.2017

Nicht nur als Musikkonsument sollte man stets ein breit gefächertes Interessensspektrum haben, auch der vorwärts denkende Musiker von heute ist gut beraten, seine Vorlieben so breit wie möglich auszurichten und seine Nase in alle möglichen Themenbereiche hinzustecken. Genau so ein Typ ist Jowee Omicil, kanadischer Staatsbürger mit haitianischen Wurzeln. Er ist weiß Gott kein Kind von Traurigkeit. Man könnte ihn schon irgendwie hyperaktiv nennen, bei dem was er anpackt und so wie er auftritt. Als Instrumentalist beschränkt er sich nicht nur auf ein Werkzeug. Neben dem Sopran-Saxophon bläst er Klarinette, Alt-Saxophon, Piccolo-Flöte und Cornet, auch an den Keyboards kann man ihn ab und zu antreffen. Als Vorbilder nennt er u.a. Miles Davis und Roy Hargrove (denen er jeweils ein Stück gewidmet hat), aber auch Ornette Coleman, Charlie Parker oder Wayne Shorter zollt er Respekt und seine Faibles reichen von HipHop bis Gospel, von Blues bis Funkrock und von Reggae bis Bossa Nova. Das alles verwurstelt er gekonnt in einer jazzlastigen Session, die in ihren Einzelteilen zwar sehr subtil durchdacht ist, aber in ihrer Performance sehr spontan wirkt. Sich durch sein Album „Let’s Bash!“ zu arbeiten, ist also keine intellektuelle Herausforderung, sondern ein lässiges Vergnügen mit vielen Überraschungen in Form von auffallend gut sortierten Musikern und einer entzückenden Coverversion von „Sur le pont d’Avignon“. Das ausgegebene Motto „Let’s make jazz popular again“ ist auf diesem Album tatsächlich sehr wirksam und effektiv umgesetzt.

www.joweeomicil.com