Neue Platten

Ryuichi Sakamoto - Async

Genre: Jazz Piano
Label: Milan Music (Universal)
CD; VÖ: - 28.04.2017

Auch wenn man Ryuichi Sakamoto nicht dauernd auf dem Schirm hat, so freut man sich doch, mal wieder etwas Neues von ihm in Händen zu halten. Aber diesmal hat es einen fast schon tragischen Beigeschmack, denn der große japanische Musikgeist ist dem Tod gerade noch mal von der Schippe gesprungen. Den Kehlkopfkrebs hat er nach Punkten besiegt. Hoffentlich. Zumindest hatte diese unerfreuliche Erfahrung einen Kreativschub bei ihm ausgelöst, der sich in zwei Filmmusiken und eben diesem Album äußerte.
Dennoch kann man hier nicht von überschwänglichem Optimismus sprechen. „Async“ gehört sicher zu den eher nachdenklichen und introvertierten Werken, quasi eine Reflektion dessen, was man spürt, wenn man den Tod vor Augen hat. Die 14 Stücke mäandern stetig zwischen Akustik und Elektronik, zwischen Flügel und Synthesizer, zwischen strenger Einfachheit und dezenter Oppulenz, zwischen Klang und zarter Melodie.
Es gibt Passagen, die sich in New-Age-Welten bewegen, genauso wie Stücke, die geprägt sind von Todesreflexionen, wie z. B. „Fullmoon“, wo mehrsprachige spoken-word-samples übereinandergelegt sind. Selbst in einer Hommage an das Leben wie „Life Life“ schweben schwermütige Gedanken und Worte in Zeitlupe durch Raum und Zeit.
Es scheint so, als ob Sakamoto in „Async“ sein bisheriges Schaffen in konzentrierter Form zusammengefasst hat. Eine großartige Synthese allemal.

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