Neue Platten

Sophia Kennedy - Sophia Kennedy

Genre: Indie Pop
Label: Pampa Records (Roughtrade)
CD; VÖ: - 28.04.2017

Es soll wohl schon des Öfteren vorgekommen sein, dass sich junge Frauen in die City of Hamburg verknallen und als logische Konsequenz gleich dableiben, obwohl eigentlich nur ein vorübergehender Aufenthalt geplant war. So auch Sophia Kennedy, die als Amerikanerin aus Baltimore Anfang der 2010er problemlos bei uns einreisen durfte, um ein bisschen Film zu studieren. Da bleibt es nicht aus, dass man als junger, kreativer und furchtloser Mensch mit künstlerischen Ambitionen ziemlich schnell in der pudeligen Szene landet.
Als einer der ersten hat sich dann wohl ein gewisser Herr Erobique alias Carsten Meyer um sie gekümmert und mit ihr einige Konzerte veranstaltet. Erobique abenteuert als International Pony zusammen mit DJ Koze schon länger durchs HH-Nachtleben. Als Konsequenz gab’s 2014 einen Krach & Getöse-Preis und dann auch noch eine Frau-zu-Frau-Zusammenarbeit mit Helena Ratka als „ShariVari“. Man sieht schon, Sophia Kennedy hat sich an der Waterkant bestens integriert.
Und jetzt also auch noch der erste Langspieler. Den hat sie zusammen mit der goldenen Zitrone Mense Reents produziert. Und man muss schon sagen: alle Achtung. Sauberes Scheibchen. 45 Minuten abwechslungsreiche Popmusik, bei der wenig bis nichts nach Schema F abläuft. Neben knuffigen Songwriterskills fällt einem zunächst einmal die nicht unbedingt übermäßig weibliche Stimme auf: Sophia klingt eher wie ein femininer Typ, Richtung feinherb. Der Einstieg ins Album mit „Build Me A House“ ist aber jedenfalls schon mal ziemlich gelungen. Ein bisschen dancelastig, coole Vocals und hüpfende Keyboardsakkorde, sehr schick. Und hintendran noch etwas Fake-Brass. Ein perfekter Opener also.
Am besten gefällt uns bei der großen Auswahl der geklöppelte „Kimono Hill“ mit viel sexy Stimmakrobatik und klassischem Fingermitschnippen. Aber ein wenig Heimweh hat sie zum Schluss dann doch noch erwischt: „Baltimore“ erweist sich als kleine romantische Hymne mit künstlichen Streichern und Chilly Gonzales Klavier.

www.pamparecords.com