Neue Platten

Penguin Cafe - The Imperfect Sea

Genre: Indie Folk
Label: Erased Tapes (Indigo)
CD; VÖ: - 05.05.2017

Dass Kinder das Erbe ihrer Eltern fortführen ist keine Seltenheit. Im Bereich der Popmusik hat das eher Seltenheitswert. Und von den wenigen tritt kaum einer so passgenau in die Fußstapfen seines Erzeugers, wie Arthur Jeffes, dessen Vater Simon Jeffes im Jahr 1972 das Penguin Cafe Orchestra gründete und es 1997, also mit nur 48 Jahren, für immer und ewig verließ.
Quasi als Fortführung, aber auch als Hommage hat nun Arthur Jeffes den Faden wieder aufgenommen und entwickelt das musikalische Konzept nach seinen eigenen Ideen weiter. Aus der reinen Lehre der väterlich-handgemachten, leicht experimentellen Folkmusic ist nun ein modern konzipierter Indie Folk geworden, der neben einer Vielzahl von akustischen Instrumenten nun auch die Steckdose zur Verstärkung von Keyboards und Gitarren nutzt. Arthur nennt es Ambient Dance Music. Es sind reine Instrumentalkompositionen, die sehr chillig bis atmosphärisch klingen, viel mit repetitiven Mustern arbeiten und dominiert sind von Geige, Ukulele, Gitarre und diversen perkussiven Gerätschaften.
Lediglich das Stück „Now Nothing“ (komponiert 1977) hat Jeffes aus dem Repertoire seines Vaters übernommen. Der Rest ist der Kreativwelt des Juniors entsprungen und schwebt auf melancholischen bis verträumten Flügeln durch eine von Neoklassik und Minimalismus durchdrungene Klangwelt. Ziemlich nah am Ursprung liegt die Kraftwerk-Adaption „Franz Schubert“, die in ihrer Originalversion ebenfalls aus dem Jahr 1977 stammt.
Die 9 Songs von „The Imperfect Sea“ hinterlassen also keineswegs den schalen Beigeschmack von wieder aufgewärmten Kaffee, sondern verstehen es bestens, ein sensibles Projekt konsequent und überzeugend fortzuführen.

www.penguincafe.com