Neue Platten

Robb Scott - Afro Odyssey

Genre: Funk/Soul/Jazz
Label:Sunshine Enterprises (Soulfood)
CD, VÖ: - 20.10.2006

Die seeligen Acid-Jazz-Zeiten und auch die des 2Step, die im englischen Königreich für vorübergehendes Furore sorgten, sind nun ja schon ein Weilchen vorbei. Und doch versucht es der eine oder andere Künstler immer wieder, an solche Perioden vergangener Hippness anzuknüpfen. Robb Scott ist so einer. In den 90ern ein stark engagierter Keyboarder u. a. bei den „Action People”, später als Funk-Jazzer in den Schluchten von New York ein vielgebuchter Musiker und DJ. Und diese Liebe zum souligen FunkJazz von damals hat ihn bis heute nicht verlassen. Seine „Afro Odyssey” (die stilistisch weniger etwas mit schwarzafrikanischen Rootseinflüssen, sondern eher schon mit seinen eigenen familiären Wurzeln zu tun hat) ist demnach eine Quintessence dessen, was ihn seit seinen Anfängen als Musiker verfolgt und begleitet hat: Funk, Soul, Jazz, Breakbeats, House. Einerseits schön, daß der dies auf einer prall gefüllten CD ziemlich exzessiv auslebt, weniger schön allerdings, daß er so manchen Track mit einer aufgesetzten Künstlichkeit ein wenig überfrachtet. Das genussvolle Zuhören wird dann schnell zu einem etwas mühseligen Unterfangen, denn dauerhaft gebrochene Beats in Verbindung mit angestrengter sängerischer Schnörkelhaftigkeit ergeben zusammen eine Mixtur, bei der man entweder relativ schnell auf Durchzug schaltet oder direkt zum nächsten Track übergeht. Denn die Songs, auf denen er das Mikro diversen Sängerinnen überläßt oder die komplett ohne Vocals auskommen, salben die tracktierten Synapsen wieder ein wenig und bringen Entspannung. In der Gesamtheit reicht dies letztendlich aber doch nicht aus, dem Album einen glorreichen Doktortitel zu verleihen.

www.sunshine.at