Neue Platten

Camille - Ouï

Genre: Dreampop
Label: Balulalo/Because Music (Warner Music)
CD; VÖ: - 02.06.2017

Mit einer guten halben Stunde Spielzeit hat die französische Allroundkünstlerin Camille ihren neuen Silberling leider nur sehr sparsam ausgestattet. Gerade mal 3 der 11 Songs kommen über die Schallgrenze von 3 Minuten hinaus. Soviel zu dem, was man dem Album „Ouï“ (wenn überhaupt) ankreiden kann.
Klanglich ist diese Mischung aus Dream- und Avantgardepop allerdings wieder mal sehr gelungen. Von düster-geheimnisvoll bis federleicht-feenhaft reicht die Palette. Camille legt dabei zudem großen Wert auf perkussive Strukturen, die aus jedem Song ein kleines rhythmisch-pulsierendes Kunstwerk machen. Ihr Gesang ist fast durchgehend in Watte gepackt und säuselt, mal solo, mal mehrstimmig, wie durch eine Flüstertüte. Lediglich hier und da meldet sie sich ganz keck mit ein paar seltsamen Quieklauten und schräger Instrumentierung, ein eindeutiger Hinweis darauf, dass Camille das Thema Pop aus einer erfreulich unkonventionellen Ecke heraus angeht. Sprachlich bleibt die Pariserin im Großen und Ganzen ihrer Muttersprache treu, lediglich „Seeds“ greift auf das Englische zurück. Ein Hang zur bretonischen Folklore lässt sich bei „Les Loups“ ausmachen und „Fille à papa“ glänzt durch seine perfekte Verknüpfung von Stimme und Rhythmus. Eine ziemlich runde und angenehm zu verdauende Sache, nur leider eben viel zu kurz.

www.camilleofficiel.fr

Das Album zuvor:
Ilo Veyou