Neue Platten

Mellow Mark - Nomade

Genre: Reggae
Label: Danse Macabre
CD, LP; VÖ: - 21.07.2017

„Nomade“ heißt das neue Album von Mellow Mark und es ist erstaunlich, was sich auf dieses Wort so alles reimt: schade, Schokolade, Limonade, Marmelade … der poetische Tiefgang hält sich also, zumindest beim Titelsong, in engen Grenzen. Dabei heißt es von dem schwäbischen Reggaemann, er sei immer auch politisch recht motiviert und zuweilen sogar gesellschaftskritisch veranlagt. Hier hat er aber wohl mal Partylaune vor inhaltlichen Anspruch gestellt. „Nomade“ gehört demnach in die Kiste „Friede, Freude, Sommerreggae“, wo es verstärkt nach Tüten, Grillwürstchen und Alkstoff riecht. Gäste auf diesem Schunkelalbum sind unter anderem Thomas D (Fanta 4), Songwriter Tim Anders, der Roots-Reggaesänger Uwe Banton und die Münchener Band Jamaram. Als eine Art Moderatorin betätigt sich auf einigen Tracks die Spanierin Meritxell Campos Olivé, deren laszive Stimme einen immer wieder an die gute alte Uschi Nerke erinnert, die in den 60er und 70er Jahren die Bands im legendären Beat-Club von Radio Bremen angesagt hat.
Musikalisch ist an dieser CD nicht viel auszusetzen. Der Flow stimmt, die Arrangements auch, die Instrumentalisten machen einen guten Job. Nur eben textlich würde man sich gerne ein etwas gehobeneres Niveau wünschen. Zu sehr sind die Lyrics auf die smartphone-Generation und eine Stimmigkeit im Reim ausgerichtet. Das klingt dann oft nach Baggerlochfete und nicht nach kritischem Engagement. Fazit: „Nomade“ kann man gut zur Grillparty einsetzen, wo das kritische Ohr ohnehin eine Nebenrolle spielt.

www.mellowmark.de