Neue Platten

ComboNations - Dunya

Genre: Weltmusik
Label: Heilo Records (Galileo MC)
CD; VÖ: - 28.07.2017

Aus der Not eine Tugend machen: Wenn Musiker fern ihrer Heimat im Exil leben (müssen), ist es sicher ein naheliegender Gedanke, sich mit „Leidensgenossen“ zusammenzutun, um wenigsten noch etwas an Roots-Feeling kompensieren zu können. Den persischen Santur-Spieler Javid Afsari Rad hat es zum Beispiel schon Mitte der 80er nach Norwegen verschlagen. Dort leitet er seit ein paar Jahren das sehr erfolgreiche und vielköpfige Rumi-Kammerensemble, das sich vor allem mit klassischer persischer Musik beschäftigt. Sozusagen als Nebenprodukt und als kulturelle Ergänzung seines Weltmusikgedankens hat Javid Afsari Rad zudem noch die Gruppe „ComboNations“ aus der Taufe gehoben, die länderübergreifend den Rahmen um einige andere Kulturkreise erweitert.
Der Kora-Spieler Solo Cissokho wurde im Senegal geboren. Aissa Tobi aus Marokko ist ein Meister an Sintir und Rabab (beides nordafrikanische Saiteninstrumente), der Perkussionist Diom de Kossa stammt ursprünglich von der Elfenbeinküste und der Tabla-Spieler Jai Shankar hat zumindest 50% indisches Blut in seinen Adern. Die Geigerin Harpreet Bansal (aus Javid Afsari Rads Rumi-Ensemble) dagegen wurde in Oslo geboren, ihr Vater stammt aber aus Indien. So kommt in dieser Gruppe zusammen, was stilistisch erst einmal wenig zusammenpasst, aber dank einer gemeinsamen symbiotischen Anstrengung erstaunlich gut harmoniert. Beispielsweise ergänzen sich die asiatische Santur und die afrikanische Kora perfekt und wenn dann noch die von Harpreet Bansal überaus einfühlsam gespielte Geige hinzukommt und alles mit sanfter Perkussion verbunden wird, wird „Dunya“ zu einem Highlight in Sachen Weltmusik.

www.javidafsarirad.com/combonations/