Neue Platten

Matt Bianco - Gravity

Genre: Pop Jazz
Label: Matt Entertainment/Must Have (Membran)
CD; VÖ: - 08.09.2017

Kann sich noch jemand an den zungenbrecherischen Namen Basia Trzetrzelewska erinnern? Die Polin war eine graziöse Gesangs-Ikone in der Mitte der 80er und DAS Aushängeschild einer Band namens „Matt Bianco”, zumindest ganz zu Anfang. „Whose side are you on”, „Half a minute” oder „Get out of your lazy bed” waren gepflegte Klubhits der geschniegelten Sorte, zu dem die Schickies, Mickies und Yuppies anmutig und weltweit die Tanzflächen polierten. Basia hatte eine Stimme, die Eis zum Schmelzen bringen konnte und die Duette mit ihrem Kollegen und Chef Mark Reilly waren anerkannte Highlights.
Inzwischen sind mehr als schlappe 30 Jahre ins Land gegangen, Basia ist wieder im polnischen Untergrund verschwunden, Matt Bianco dagegen surft bzw. croont ganz flott auf der Erfolgswelle weiter. Vierzehn Alben gab’s bisher, „Gravity” ist die laufende Nummer 15. Wacker, wacker. Matt Bianco, oder besser gesagt Mark Reilly, steht immer noch für eleganten New- bis Popjazz. Seine gerührte und nicht geschüttelte Agentenstimme hat weiter an Reife zugenommen und schwebt lässig über den Swing-Beats, die seine neu zusammengewürfelte Combo elegant interpretiert. Zusammen mit dem alten Schweden Magnus Lindgren und dem Briten Dave O’Higgins, die vor allem Saxophone bedienen, geht die Reise quer durch die Barjazz-Abteilung, in der vorzugsweise Connaisseurs der gepflegten Adult-Unterhaltung sitzen. Viel Uptempo gibt es zu goutieren, aber auch anschmiegsame Titel wie „Solace” oder „AM/PM” machen „Gravity” zu einer hörenswerten Session. „Joyride”, die Vorzeigenummer dieses Albums, hat dann noch einmal Mark de Clive-Lowe einem Remix unterzogen. Eine zwar leicht redundante, aber immerhin doch schöne und raumgreifende Ergänzung.

www.mattbianco.com