Neue Platten

The Rough Guide To Holy Blues - V. A.

Genre: Blues
Label: World Music Network (Harmonia Mundi)
CD; VÖ: - 15.09.2017

Zwischen Blues und Spiritual aus den amerikanischen Südstaaten besteht heute eigentlich kein großer Unterschied mehr. In den 1920ern und 1930ern war das allerdings etwas anders. Da unterschied man noch fein säuberlich zwischen gottesfürchtig und gotteslästerlich. Das Spiritual war Gottesmusik, der Blues das Werk des Teufels. Vielen der schwarzen Bluesmusiker jener Zeit war diese strikte Trennung nicht so ganz schlüssig, weshalb sie nicht selten ein Pseudonym annahmen, um den Blues zu singen, der für sie genauso inbrünstig war und von Herzen kam, wie das Spiritual. Der Rough Guide to Holy Blues greift diesen Zwiespalt nun auf und präsentiert 25 Beispiele, wie sehr sich religiöse Songs und weltliche Gefühlsäußerungen doch ähnelten. Blind Lemon Jefferson beispielsweise war einerseits ein sehr gottesfürchtiger Mann, andererseits aber auch ein anerkannter Interpret des texanischen Blues. Um sich aber mit der Kirche nicht anzulegen, veröffentlichte er z. B. unter dem Namen Deacon L.J. Bates diverse Singles.
Die Songs auf dieser Retrospektive wurden digital überarbeitet und sind von Neil Record handverlesen. Auch wenn der Compiler nicht bei allen Interpreten genügend Hintergrundinformationen herbeischaffen konnte, so ist doch „Holy Blues“ ein weiterer wichtiger Baustein in der Rough Guide-Blues-Anthologie.

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