Neue Platten

Markus Stockhausen - Far Into The Stars

Genre: Jazz
Label: Okeh (Sony Music)
CD; VÖ: - 25.08.2017

Keine Angst vor dem Namen Stockhausen. Was für Vater Karlheinz galt, nämlich, und grob gesagt, das Hantieren mit experimenteller und exzentrischer Musik, greift bei seinem Sohn längst nicht mehr so formelhaft. Zwar arbeitet auch Markus Stockhausen mit Elementen der Elektronik und verbindet dabei Neue Musik mit Jazz und Klassik, dennoch verläuft hier das meiste in sehr viel geordneteren Bahnen ab und wirkt dadurch wesentlich greifbarer, bleibt aber im Kern seiner Stimmungsbilder dennoch sehr weit entfernt von jeglichem Mainstreamgebahren.
Es sind Stockhausens magischer und weicher Trompetenklang, das jazzige Piano von Angelo Comisso, das unkonventionell angelegte Cellospiel von Jörg Brinkmann und das behutsame Drumming von Christian Thomé, was den Reiz dieser neun, zum Teil sehr ausladenden, Stücke Ausmacht. Ein unverkennbarer Ambient-Charakter zieht sich wie ein roter Faden durch die Kompositionen, die von leichten Jazzrockpassagen, elegischen Einschüben oder kammermusikalischen Abschnitten immer wieder wohltuend aufgelockert werden. So erweist sich der Titel „Far Into The Stars“ nicht nur als perfekter Überbegriff für diese wunderbare Musik, sondern ist auch gleichzeitig eine Verabschiedung Stockhausens von seinen Tonmeister Walter Quintus, der nach 35 Jahren der Zusammenarbeit nach diesen Aufnahmen verstarb.

www.markusstockhausen.com

Etwas älter:
Ferenc Snétberger, Markus Stockhausen - Streams