Neue Platten

Girls in Airports - Live

Genre: Indie Jazz
Label: Edition Records (Membran)
CD; VÖ: - 22.09.2017

Es geht doch nichts über einen einprägsamen Bandnamen. Das erste mal traten die Flughafenmädels 2010 mit ihrem Debutalbum „Girls in Airports“ in Erscheinung und haben seither drei weitere Alben unter die Leute gebracht. Ihr letztes Album Fables begeisterte 2015 und nun quasi als Vervollkommnung der bisherigen Veröffentlichungen ein Live-Album, das die fünf Dänen in drei deutschen Locations aufgenommen haben. Resonanzraum Hamburg, Ostpol Dresden und Kantine Berlin-Berghain.
Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt haben sollte: die Mädels sind durchweg Jungs und widmen sich keiner billiger Flughafen-Beschallung, sondern machen handfesten Indie-Jazz, der immer schön zwischen melodisch und kratzbürstig hin und her wabert. Ob die Herrschaften bei ihren Fahrten zu den verschiedenen Veranstaltungsorten einmal auf der Autobahn liegen geblieben sind, ist nicht überliefert, kann aber angenommen werden, denn warum sollte der achte Tracks dieses Albums ausgerechnet „ADAC“ heißen. Darin geht es rhythmisch klackernd und durchaus zielstrebig voran, immer angetrieben von Doppelsaxophon und Keyboards, zwar nicht gerade auf dem linken Fahrstreifen, aber doch mit ordentlichem Durchschnittstempo, auch mit deutlichen Schlingerbewegungen und immer mit einem Auge der Blick in die raumgreifende Weite. Girls in Airports lieben das Meandern zwischen Jazz und Freejazz, zwischen Indie und Ambient.
Auch „Kaikoura“ (sowohl der Albumtitel von 2013, als auch der zweite Track dieser CD) veranschaulicht überdeutlich den Spagat zwischen geheimnisvoller Zaubermusik und verwuselter Labyrinth-Rhythmik.
Und so ist auch „Live“ wieder zu einem Album geworden, das jeder besitzen sollte, der außergewöhnlichen Nordic-Jazz zu schätzen weiß.

www.girlsinairports.net