Neue Platten

Jeff Cascaro - Love & Blues In The City

Genre: Soul Jazz
Label: Herzog Records (Soulfood)
CD; VÖ: - 29.09.2017

„Jeff Cascaro“, das klingt erst einmal sehr undeutsch, dennoch stammt der Jazzsänger mit dem britisch/amerikanisch klingenden Namen und einer großen Affinität zum Soul mitten aus dem Ruhrpott, aus Bochum, da wo Herbie Grönemeyer die Seele der Region verortet. Aber weltmännischer Souljazz passt eben nicht so recht an Ruhr, Herne oder Emscher, auch nicht nach Zollverein, Wanne oder Eickel. „Love and Blues In The City“ gehört, wenn überhaupt nach Deutschland, dann nach Berlin oder vielleicht noch nach Köln.
Der stilsichere Crooner Cascaro, der nebenbei auch noch Trompete und Flügelhorn bedient, hat die Rheinmetropole als Aufnahmeort für dieses Album gewählt, das Fotoshooting (von Jim Rakete) für das Cover fand in Berlin statt. Die zusammengetrommelte Mannschaft setzt sich aus Cracks der deutschen Jazzrock-Szene zusammen, als da wären Flo Dauner und Achim Keller an den Drums, Roberto die Gioia und Herndrik Soll an den Keyboards, arrangiert hat Cascaros enger Kompagnon Christian von Kaphengst.
Was bietet diese Scheibe? Satten und ausgewogenen Souljazz, wobei sich beide Teilelemente gut die Waage halten. Es sind zeitlose, nuancenreiche und vor allem sehr luftige, aber in Teilen auch sehr intime Songs, die Cascaro hier eingespielt hat. Von den zehn Stücken sind drei Eigenkompositionen, der Rest sind Covertracks, von denen, zumindest für unseren Geschmack, „A Taste of Honey“ und „Since I fell For You“ die Gelungensten sind. Dank auch an Cascaro, dass er sich bei seiner Arbeit weniger an Sinatra und Co orientiert hat, sondern eher die eher dezentere Dynamik beispielsweise eines Nat King Cole im Hinterstübchen hatte.

www.jeffcascaro.com