Neue Platten

Lea W. Frey - Plateaus

Genre: Indie Pop
Label: Yellowbird
CD; VÖ: - 22.09.2017

Würde man sich dieses Album in einer „Blind Date“- Session zu Gemüte führen, würde man wohl kaum auf ein deutsches Produkt, geschweige denn auf Lea W. Frey schließen. Eher würde man diese makellos gemachte CD irgendwo in den Soundschmieden von Großbritannien oder Skandinavien verorten. Was natürlich schon mal ein erster Lorbeerkranz für die Berlinerin ist.
Bisher hatte man Lea mit experimentellen bis eigenwilligen, aber immer würdevollen Coverversionen in Verbindung gebracht, die meistens auch in den Grenzgebieten zum Jazz angesiedelt waren. Die Alben We Can’t Rewind und How Soon Is Now waren eine ausgeklügelte Kollagensammlung aus überarbeiteten Smiths, Beatles oder Smashing Pumpkins.
Ihr Album Nummer drei wagt nun einen ganz neuen Schritt in zweierlei Hinsicht: Zum einen hat Lea W. Frey das Label gewechselt und zum anderen eine neue, wenn auch keine gänzlich andere, Marschrichtung eingeschlagen. „Plateaus“ wartet mit einer geheimnisvollen Mischung aus Jazz und Elektronik auf, die ihrerseits wieder stark dem Pop zugeordnet werden muss. Alle Songs bewegen sich in einer Art Schwebezustand, dem man sich nur schwer entziehen kann. Wenn ein Redakteur der Süddeutschen hier von „Suchtpotenzial“ spricht, hat er damit gar nicht so Unrecht. Alle zehn Stücke sind durchdrungen von filigranem Gesang, von einer perfekten Performance der Meyerbrüder an Bass und Gitarre, sowie den Synthie-Sounds von Liz Kosack, die neu ist im Dunstkreis von Lea W. Frey und die die komplexen Sounds stark bereichert. Ebenso wie Notwist Drummer Andi Haberl, der für sehr viel progressive Perkussion sorgt. Lea W. Frey ist mit „Plateaus“ ein sehr sinnliches bis tiefgängiges Album gelungen.

www.leawfrey.de