Neue Platten

Twelfth Day - Cracks In The Room

Genre: Folk
Label: Beste! Unterhaltung (Broken Silence)
CD; VÖ: - 06.10.2017

Dass die Schotten seit jeher als etwas exzentrisch gelten, kommt nicht von ungefähr. Wer schon mal im rauhen Norden der Insel gewesen ist, kann dies sicher bestätigen. Insofern ist es nur passend, wenn das Damenduo „Twelfth Day” ebenfalls mit einer schönen Portion Schrägheit aufwartet. Catriona Price und Esther Swift haben sich als Instrumente die Fiddle und die Harfe ausgesucht und lassen ihren kreativen Anflügen auf „Cracks In The Room” freien Lauf. Was nicht immer in Wohlklang ausarten muss. Wenn die Platteninfo beispielsweise von „spröde” oder „Experiment”, auch von „innovativem Ansatz” oder der „Lust am Imporovisieren” spricht, so ist das eine eher freundliche Umschreibung dessen, was man auch als „Katzenmusik” bezeichnen könnte, bei der der Disharmonie Tür und Tor geöffnet werden. Irgendwie müssen die beiden Lassies wohl mehrmals über ihren eigenen innovativen Ansatz gestoplert sein, denn ein Song wie „Olive Branch” nervt nach nur 20 Sekunden, und bei „To Wait To Find” klingen die Kopfstimmen von Catriona und Esther in Verbindung mit ihren Saiteninstrumenten wie Kraut und Rüben. Dabei sind Twelfth Day an ihren Instrumenten durchaus virtuos. Die wenigen harmonischen Titel, die sich etwas stärker an schottische Ur-Folklore anlehnen, machen den Kohl aber auch nicht unbedingt fetter. Nach 37 Minuten hat die Vorstellung dann mit dem kurzen „Blackford Hill” ein etwas unverhofftes Ende. „Twelfth Day” machen ihrem Label „Beste! Unterhaltung” nach unserem Dafürhalten jedenfalls nicht unbedingt die ihm gebührende Ehre. Dafür ist der Video-Clip Cracks umso lustiger. Und live sollen die Damen angeblich ja auch was hermachen.

www.twelfthdaymusic.com