Neue Platten

Anouar Brahem - Blue Maqams

Genre: Jazz
Label: ECM (Universal)
CD; VÖ: - 13.10.2017

Auch wenn Anouar Brahem angeblich nie von dem Ehrgeiz besessen war, ein Jazzmusiker zu sein, so veröffentlicht er seine Musik seit den frühen 90er Jahren bei einem der angesehensten Jazzlabels des Globus, bei ECM. In Wirklichkeit sei er mit seiner Oud eher ein Interpret arabischer Traditionsmusik, die in ihrer Ästhetik vom Jazz westlicher Prägung sehr weit entfernt ist. Dennoch ergänzen sich diese beiden Kulturen bei Brahem auf erstaunlich homogene Weise. Und seine vielen Weggefährten kommen ebenfalls aus den unterschiedlichsten Kreisen: Vor allem mit französischen Musikern kann Anouar Brahem sehr gut. Alben wie „Les Pas Du Chat Noir” aus dem Jahr 2002 oder „Khomsa” mit Richard Galliano am Akkordeon von 1995 verdeutlichen dies eindrucksvoll. Für „Blue Maqams” hat er sich nun mit Veteranen der britisch/amerikanischen Szene zusammengetan: Mit Dave Holland, britisches Urgestein und seinerzeit Partner von u.a. Chick Corea, mit Jack deJohnette, US-Drummer, ehemals Partner von Miles Davis und mit dem vergleichsweise jungen Briten Django Bates am Piano. Der Albumtitel „Blue Maqams” deutet unmissverständlich auf eine Session hin, die ganz beeinflusst ist, von der arabischen Kunstmusik, auch wenn hier der Jazz wieder mal die Grundlagen allen Tuns ist. Vielschichtig verbinden die Musiker östliche und westliche Schemata und vor allem das Piano-Spiel von Bates harmoniert in perfektem Einklang mit Brahems Oud, denn der Brite versteht es ausnehmend gut, seine eigene Rhythmik mit der von Brahem zu verbinden. Und bei knapp 80 Minuten Spielzeit bleibt genügend Raum, sich in eine fast schon mystische Musikwelt fallen zu lassen.

www.anouarbrahem.com/fr