Neue Platten

Das Kondensat - Das Kondensat

Genre: Alternative Jazz
Label: WhyPlayJazz (NRW Vertrieb)
CD; VÖ: - 20.10.2017

Das Kondensat – klingt zunächst einmal sehr technisch, physikalisch und trocken. In Verbindung mit musikalischen Ambitionen also nicht gerade sehr anheimelnd oder verlockend. Tatsächlich will das Trio, das sich hinter diesem Namen verbirgt, einen Gang in Richtung „Neuland” wagen, genauer gesagt, es soll eine Improvisations­session sein, bei der Loops, Samples, Elektronikeffekte und herkömmliche Instrumente zu einem stimmigen Ganzen verschmelzen. Kopf der Band ist der ultra-erfahrene Saxophonist Gebhard Ullmann, der mit Amon Düül groß wurde, später dann mit beispielsweise Paul Bley, der JazzFront Berlin, dem Ensemble Ta Lam oder dem Trio BassX3 in Erscheinung trat. Er gastierte in der New Yorker Knitting Factory auf und tourte durch u.a. auch durch Afrika. Neben Ullman agieren Oliver Potratz am Bass und Eric Schaefer an den Drums.
Das was das Kondensat letztendlich zu bieten hat, ist eine gehörige Portion Energie, die sich aus harten und rockigen Beats, schrägem Punkjazz und allerlei modifizierten Klängen zusammensetzt. Dem Hörer fällt dabei die Aufgabe zu, sich durch einen dschungelartigen Soundgarten zu hören, bei dem neben dem omnipräsenten Ullmann vor allem Eric Schaefer immer wieder für perkussive Überraschungen sorgt. Oliver Potratz grundiert dieses Konglomerat mit seiner überaus wandelbaren Arbeit am Bass. Sicher kein Album der leichten Kost und zudem auch noch ein wenig unromantisch (von einigen, wenigen Passagen wie z.B. dem „Grizzly Bear” einmal abgesehen). Aber das war ja vom Konzept her auch nicht so geplant.

https://whyplayjazz.de/das-kondensat