Neue Platten

Christian Brückner - BrücknerBerlin

Genre: Jazz Chanson
Label: Argon Verlag
CD; VÖ: - 26.10.2017

Eine Herzensangelegenheit sollte es sein. Christian Brückner, Synchronsprecher, Hörbuchverlag-Inhaber und Grimme-Preisträger, aber vor allem auch Deutschlands Stimme Nummer 1, hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt und ein Musikalbum aufgenommen, bei dem er selbst ganz im Mittelpunkt des Geschehens steht. Was bereits einmal 1997 im Rahmen einer Veröffentlichung des Produzenten, Orchester- und Festivalleiters sowie Bassisten Tim Isfort begonnen wurde, findet nun im vorgerückten Alter Brückners seine Fortsetzung. Der in Schlesien geborene und inzwischen in Berlin lebende Brückner hat es nun endlich gewagt, seiner heimlichen Passion ein adäquates Denkmal zu setzen. Zusammen mit besagtem Isfort, dem Texter Antek Krönung (der 1997 ebenfalls schon mit von der Partie war) und eines teilweise mit bekannten Namen besetzen Klangkörpers, hat Christian Brückner nun zehn Stücke aufgenommen, die zwischen Chanson, Jazz und Rezitation angesiedelt sind, Stücke bei denen lyrische Texte und anspruchsvolle Musik miteinander in Einklang kommen sollen. Das ist im Großen und Ganzen auch ganz gut gelungen, wenngleich einige Kritikpunkte nicht verschwiegen werden sollen.
Zum einen wirkt die instrumentelle Untermalung, für die Tim Isfort als Produzent verantwortlich zeichnet, an manchen Stellen zu dominant, d.h. Brückners Stimme geht hier und da leider etwas unter, oder wird von Streichern und anderen klanglichen Elementen sehr in die Zange genommen. Eine etwas empathischere Abmischung hätte dem Album sicher gut getan. Zum anderen kommt der sonst so nuancenreich und virtuos agierende Stimmengestalter an die Grenzen seiner Künste, wenn es darum geht, mit fremden Sprachen oder Akzenten fehlerfrei umzugehen. Dies äußert sich u.a. in dem auf Bossa Nova getrimmten Stück „Orfeo“, bei dem viele Namen und Vokabeln der portugiesischen Sprache auftauchen und mit deren akzentfreier Widergabe Brückner so seine Probleme hat. Ähnliches gilt für die Berliner Mundart bzw. „Schnauze“, die im Folgestück „Durch diese Stadt” immer wieder auftaucht, aber leider nur recht mangelhaft in Szene gesetzt wird. Wer jedoch über solche Dinge hinwegsehen kann, der findet in „BrücknerBerlin” einen knapp einstündigen poetischen Liederzyklus mit luftigem bis melancholischem Inhalt, gestützt von einer instrumentell anspruchsvollen Untermalung.

www.parlandoverlag.de