Neue Platten

Carsten Lindholm - Indispiration

Genre: Indie Jazz
Label: Jazznarts Records (in-akustik )
CD; VÖ: - 21.10.2017

Man rennt natürlich offene Türen ein, wenn man behauptet, Rhythmus ist für einen Schlagzeuger und Perkussionisten etwas sehr Essentielles. So nimmt es auch nicht Wunder, wenn sich der u.a. auch auf Weltmusik gepolte dänische Drummer Carsten Lindholm auch für fernöstliche Metrik interessiert, speziell für die indische Form des Konnakol, für die auch mal John McLaughlin in seinen jüngeren Jahren einen Faible hatte. Lindholm dagegen versucht auf „Indispiartion”, nordische Eleganz mit südindischer Rhythmusenergie zu koppeln, daher auch der etwas seltsam anmutende Albumtitel.
Dazu hat Lindholm einiges an Aufwand betrieben und circa 15 Musiker angeheuert, mit denen er sein Unternehmen umsetzt. Unter anderem fünf Bassisten und vier Trompeter (Erik Truffaz, Gunnar Halle, Thomas Siffling und Rasmus Bøgelund. Allerdings agieren nicht alle gemeinsam, sondern die Instrumentalisten teilen sich die Arbeit fein säuberlich auf. Der Sound indes ist recht kompakt, zuweilen auch sehr elegisch bis sphärisch, vor allem wenn die Trompeten den Ton angeben. Viel hat das Ganze aber dennoch nicht mit Indien zu tun, sieht man einmal vom gelegentlichen Einsatz von Sitar und Tampura ab, die immer sehr zurückhaltend angeordnet sind. Der Hauptgroove setzt sich vielmehr aus typisch nordischen Strukturen zusammen, die sich immer wieder zu ausdrucksvollen Passagen (auch durch Ausflüge in die Elektronik) zusammenfügen und für eine schöne Horizonterweiterung sorgen.

www.carstenlindholm.dk