Neue Platten

Stacey Kent - I Know I Dream

Genre: PopJazz
Label: Okeh (Sony)
CD, DoLP, DL; VÖ: - 03.11.2017

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Pop- und Jazzkreise: Nur ein großes, klassisches Orchester ist die wirkliche Veredelung der Materie, die Krönung des Arrangements. Das hatten beispielsweise Deep Purple schon 1969 erkannt und auch im Weltmusikbereich öffnet ein Get Together mit symphonischer Begleitung immer wieder neue Perspektiven (siehe Quadro Nuevo – Grand Voyage). Und sogar ein Frank Zappa oder ein John McLaughlin hatten orchestrale Ambitionen. Da ist es nur recht und billig, dem gepflegten Pop-Jazz mit mindestens einer halben Hundert­schaft an klassischen Musikern unter die Arme zu greifen. Bei Stacey Kent waren es sogar knapp 60. „I Know I Dream” ist also sozusagen das i-Tüpfelchen in ihrer langen Karriere. Alle Songs sind also von zarter Streicherhand umspült, in Watte gepackt und in Seide gewickelt und kurzerhand als „The Orchestral Sessions” betitelt. Lohnt sich das Album? Im Grunde genommen ja, denn Stacey Kent ist nicht nur eine Künstlerin mit einer äußerst angenehmen Stimme, die auch unter Zuckergusseseinwirkung immer noch zart und verlockend klingt. Mit anderen Worten: „I Know I Dream” balanciert gekonnt zwischen Nippes und Seriosität. Rosamunde Pilcher für Anspruchsvolle. Das Material umfasst ein Dutzend Songs, drei französische Adaptionen, fünf Coverversionen brasilianischer Herkunft und vier neue Kompositionen. Ein sympathisches Album, das durch den Einsatz eines großen Orchesters trotzdem nicht unangenehm aufgeblasen wirkt.

www.staceykent.com

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