Neue Platten

Olivier Mellano & Brendan Perry - No Land

Genre: Folk Pop
Label: World Village (Harmonia Mundi)
CD; VÖ: - 17.11.2017

Nach dem Dahinscheiden der Art-Pop-Gruppe Dead Can Dance Ende der 90er, hat man deren männliche Hälfte, also Brendan Perry, immer wieder als Teil der unterschiedlichsten Formationen beobachten können, aber nie lag er auf der faulen Haut. Unter eigenem Namen brachte er 1999 „Eye of the Hunter” heraus, er wirkte bei der Band „Zoar“ mit oder als Gast auf dem Album „Ovations” der Gruppe „Piano Magic”. Nun hat sich der Brite mit dem französischen Musiker und Komponisten Olivier Mellano zusammengetan, dessen musikalische Karriere nicht minder bunt ist. Das Projekt „No Land” befasst sich intensiv mit bretonischer Folklore, die ja bekanntermaßen nicht sehr weit entfernt ist von der britisch-keltischen und somit perfekt in Perrys großen Wirkungs- und Interessen­kreis passt. Eine zentrale Rolle spielt hier das 1988 gegründete 30-köpfige Ensemble Le Bagad de Cesson Sévigné, bei dem Dudelsack, traditionelle bretonische Oboe, Snaredrums und andere Perkussionsinstrumente im Vordergrund stehen. Mellano spielt vor allem Bass und Perry gibt mit bekannt magisch-sonorer Stimme den Gesangsdruiden.
Zunächst einmal klingt das Gebotene eher gewöhnungsbedürftig, haben doch wohl die wenigsten bisher Erfahrungen mit Bretonenfolk abseits touristischer Darbietungen gesammelt. Schnell aber entwickelt sich das knapp 40-minütige Stück zu einem geheimnisumwitterten und faszinierenden Klangkörper, der unter Umständen vielleicht mit Produktionen von Terry Riley oder Robert Fripp vergleichbar ist. Ein fast-symphonisches Werk, das die bretonische Vielfalt, sowohl geografisch als auch aus meteorologischer Sicht, widerspiegelt und den Freiheitsdrang des Menschen allgemein und des Bretonen im speziellen in den musikalischen Mittelpunkt stellt. Perrys okulte und warme Stimme ist daher der passende Gegenpol zum eher spröde wirkenden Bagad Ensemble und genau diese Kombi macht den Reiz dieses Opus aus.

www.mellanoland.com