Neue Platten

Piirpauke - Juju

Genre: Folk Jazz
Label: Rockadillo/Nordic Notes (Broken Silence)
CD; VÖ: - 01.12.2017

Der seltsame Name „Piirpauke” kommt aus dem finnischen Karelien und hat die Bedeutung von „klapperndem Handwerk” - frei übersetzt. Piirpauke gilt als die Urzelle finnischer Weltmusik und wurde bereits 1974 von dem Flötisten und Saxophonisten Sakari Kukko gegründet. Der gute Mann ist also zum Zeitpunkt dieser Albumveröffentlichung einiges über 60. Trotzdem kann er es nicht lassen, immer wieder neue (und gute) Musik anzufertigen, auch wenn er Piirpauke schon einige Male beerdigt und anschließend wieder reanimiert hatte. „Juju“ ist somit die aktuelle Fortsetzung dessen, was schon seit über 40 Jahren Maßstäbe in Sachen jazziger Weltmusik setzt, vergleichbar eventuell mit dem Wirken von Jasper van’t Hof. Vor allem von westafrikanischer Musik hat sich Kukko immer wieder inspirieren lassen, aber auch im Rest der Welt hat er sich intensiv umgeschaut und vieles an Ideen mitgehen lassen. So ist denn auch „Juju” wieder ein fast schon vorbildliches Weltmusikalbum geworden mit vielen Querverweisen hin zum Jazz. Piirpauke nennen es auch gerne „Afrojazz”. Neben fleißiger Improvisationsarbeit der Bandmitglieder fällt vor allem der schwarze Sänger Meïssa Niang aus dem Senegal auf, der das Geschehen durch seine prägnante Stimme bereichert. Außerdem hat sich Sakari Kukku diesmal auch einer Erik-Satie-Komposition bedient. Die „Gnossienne No.4” hört diesmal auf „Trompete” und macht dadurch einen etwas anderen, aber nichtsdestotrotz sehr bekömmlichen Eindruck. Selbst die darauffolgende „Juju-Gnossienne” gerät dank dem Ideenreichtum der Band zu einem weiteren poetischen Glanzpunkt. Insgesamt gesehen kann „Juju” also absolut überzeugen und wird dadurch weiterhin den guten Ruf von Piirpauke festigen.

www.rockadillo.fi/piirpauke