Neue Platten

Sandro Roy - Souvenirs de Paris

Genre: Jazz
Label: Skip Records (Soulfood)
CD; VÖ: - 26.01.2018

Jugend musiziert. Diesen Musikwettbewerb gewann Sandro Roy bereits 2007, da war er gerade 13 Jahre alt. Mit anderen Worten: der Junge hat Talent. Über Meisterkurse in München, Salzburg und Bern kam der Ausnahmegeiger, der aus einer Sinti-Familie stammt, schließlich zu seinem ersten Album in 2015. „Where I come from” hieß es und ließ die einschlägige Presse jubeln. Jetzt also der Nachfolger mit dem suggestiven Titel „Souvenirs de Paris”, denn in Paris wohnt laut Sandro Roy nicht nur die berühmte Muse, die bereits viele Musiker geküsst hat, sondern es sind dort auch ein paar seiner Vorbilder wie Stephane Grapelli oder Richard Galliano zuhause. Wir merken sofort: Sandro Roy hat sich für den aufpolierten und jazzigen Ableger des Geigespielens entschieden und nicht etwa für das rauhe Metier der Straßenmusiker, die vor allem in Osteuropa zuhause sind. Der Augsburger Violinist liebt also die gediegene Mischung aus Klassik und Jazz. Entsprechend hat er nicht nur seine Mitmusiker ausgesucht, sondern auch sein Repertoire. Sandro Roy zur Seite stehen das Jermaine Landsberger Trio, der ungarische Teufelsgeiger Roby Lakatos sowie der blinde Akkordeonist Marcel Loeffler aus Frankreich. Zusammen legen sie satten Hi-Speed-Jazz aufs Parkett, der von Komponisten wie Irving Berlin, Richard Galliano, Herbie Hancock oder Babik Reinhardt ausgeliehen ist, was dann auch sehr meisterlich, um nicht zu sagen virtuos, umgesetzt ist. Letztendlich ist mir die staubige Musik beispielsweise der rumänischen Taraf de Haïdouks mit ihrem leider verstorbenen Nicolae Neacsu, dann doch etwas vertrauter.

www.sandro-roy.com