Neue Platten

Lura - M’bem Di Fora

Genre: Folk/Kapverden
Label:Lusafrica (Sony/BMG)
CD, VÖ: - 24.11.2006

Bei Kapverdischer Musik denkt man natürlich sofort an die Altmeisterin der „Morna“ Cesaria Evora. Dank ihr sind die verlorenen Eilande vor Westafrika nun kein weißer Fleck mehr im globalen Weltmusik-Atlas. Zug um Zug arbeiten sich kapverdische Künstler wie Bau, Teofilo Chantre, Bana oder Simentera nach oben. Eine die, wie es scheint, sämtliche Zwischenstufen ausgelassen hat, nennt sich „Lura“ und hat sich mit einem Mal dank ihres neuen Albums „M’bem di Fora” (Ich komme von weit her) zum absoluten Liebling der Saison gemacht, nicht zuletzt auch dank der massiven Unterstützung von Miss Evora. Geboren in Lissabon fühlt sich Lura, wie auf dem Album deutlich zu spüren, wesentlich mehr der Heimat ihrer Eltern verpflichtet als der festländischen, europäischen Kultur, obwohl die sich in so manchen ihrer Songs nicht so ganz verleugnen läßt. „M’bem di Fora” ist ein fröhliches, aufgewektes Album, voller Energie und Lebensfreude. Alte Kapverdische Tänze werden unter ihrer Regie zu fulminanten Ohrwürmern, die einen Vergleich mit brasilianischer Ausgelassenheit nicht zu scheuen brauchen. „Fitiço di Funana” ist so ein Fall. Der Kapverdische Funana-Tanz mit seinem aufgekratzten Charme wird hier zu einer akustischen Mischung aus Ghanaischem Highlife und nordbrasilianischem Forro. Aber auch der Opener „Bida Mariadu” mit seiner schmeichlerischen Ruhe und dem wunderbaren Violien-Solo, das perkussive Batuque-Meisterwerk „Romaria”, die ausgelassene Hymne auf ihre Heimat „No Bem Falá” oder der zappelige Titelsong machen die gesamte CD zu einem akustischen Dauerfeuer, von dem man sich immer wieder aufs Neue verzaubern lassen kann. Diese CD dürfte in der Endabrechnung 2006 ziemlich weit vorne rangieren.

www.luracriola.com