Neue Platten

Mister Bond – A Jazzy Cocktail Of Ice Cold Themes - (V. A.)

Genre: Pop
Label:Local Media (Alive)
CD, VÖ: - 04.12.2006

Nachdem sich mit dem neuesten Bond-Streifen „Casino Royale” die von uns allen so geliebte nonchalante Art von 007, Schurken und Frauenherzen zu erlegen, scheinbar verabschiedet hat und durch brachiale Brutalo-Manieren ersetzt wurde, sind jetzt offenbar auch die Schranken gefallen, das große Repertoire an Bond-Melodien als hoch und heilig im Sinne der Ursprungsmentalität zu betrachten. Die Lizenz zur freien Interpretation wurde erteilt. So erinnern die hier vorliegenden Bond Thriller nur noch wenig an Roger, Sean und Konsorten, vielmehr sind sie jetzt einer tiefgreifenden Metamorphose unterzogen worden, die erstaunlicherweise gar nicht mal von schlechter Qualität ist. Eine umseitig agierende Jazzband um den Keyboarder Andreas Hillesheim hat sich im Verbund mit einer vielköpfigen Sänger-Riege daran gemacht, 10 alt-bekannte Titelsongs einmal in ganz anderem Licht erscheinen zu lassen. Das fängt schon mal damit an, daß zusammen mit De-Phazz Sängerin Pat Appleton „View To A Kill“ in eine sachte vor sich hin swingende Samba transformiert wird und „Goldeneye” schwer nach Rockabilly Brian Setzer klingt. Hat schon mal jemand was von Jutta Gückel gehört? Hier gibt’s gleich zwei Stücke mit ihr. Geschultes Organ im Background von Xavier Naidoo, schiebt sie hier mit „Tomorrow Never Dies” eine geglückte Mambo-Nummer über’s Parkett und mit „For your eyes only” gelingt ihr und Hillesheim sogar eine ganz passable Singer/Songwriter Adaption. Weitere Highlights dieser Scheibe: „Goldfinger” als schnuckeliger Tango mit der Stimme vom Metal-Sänger Oliver Hartmann (Ex-At Vance) oder „Die Another Day” in der smoothen Interpretation der brasilianischen Sängerin Katia B. Befürchtungen, die geliebten Bond-Melodien könnten auch hier einer neuen „Hau-Drauf-Mentalität” zum Opfer gefallen sein, haben sich also Gott sei Dank nicht bestätigt. Im Gegenteil. Und das ist gut so.

www.localmedia.com